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Der Norden Mallorcas

Norden Mallorca

Foto: Endstation Sehnsucht - die Straße zum Cap Formentor

Raue Charme-Offensive

Schroffe Kalksteinfelsen, wilde Natur, grenzenlose Weiten: Mallorcas Costa Nord ist eine eigenwillige Schönheit, die sich nicht so leicht erobern lässt. Wem es gelingt, den verzaubert sie umso mehr.

Über einen gigantischen Felsen-Steg touren

Zu Mallorcas nördlichstem Zipfel Cap Formentor führt eine 18 km lange Straße - erbaut auf einer Felsformation, die wie ein riesiger Steg mitten ins Meer hinein ragt. Sie ist ein Meisterwerk des italienischen Straßenbauingenieurs Antonio Paretti, der auch die spektakuläre Straße Sa Calobra (die Natter) an der Westküste konstruiert hat. Am Ende dieses monumentalen Felsenstegs thront seit 1862 ein Leuchtturm. Bei klarer Sicht können Sie von dieser erhabenen Position im Osten Menorca erkennen, im Westen Cala Figuera und im Süden Alcúdia. Einen Blick nach unten sollten nur Schwindelfreie wagen, denn die Steilküste liegt 300 Meter über dem Meer. Tipp: Windjacke mitnehmen! Hier weht meist eine steife Briese. Auf dem Rückweg unbedingt ein Kaffee-Päuschen im altehrwürdigen Hotel Formentor einlegen - die 1929 eröffnete Nobelherberge für internationale VIP`s gehört fast schon zum Sightseeing-Programm.

Bei vollem Wind die Segel setzen

Die Buchten von Pollenca und Alcúdia sind ein Paradies für Wassersportler! Zum einen, weil im Norden beste Windverhältnisse herrschen - ideal für Segler und Surfer. Zum anderen, weil die beiden Bahias wunderbar geschützt liegen: Die Bucht von Pollenca wird von den Halbinseln Formentor und Sa Victòria umrahmt, die Bucht von Alcúdia von Sa Victòria und dem Llevant. Tipp für die Mittagspause: das Hafenörtchen Port de Pollenca. An der Promenade gibt es einige nette Bars, Restaurants und Cafés. Die berühmte Kriminal-Autorin Agatha Christie verbrachte hier übrigens im Jahre 1929 mehrere Wochen und erkor Port de Pollenca zum Setting ihrer Liebesgeschichte Problem at Pollensa Bay. Auch den Staatsmann Winston Churchill und den Milliardär Aristoteles Onassis zog es an Mallorcas nördlichsten Hafen.

In stilvollen Fincas träumen

Im Norden ist die Privatsphäre ganz besonders heilig. Mieten Sie sich eine komfortable Finca mitten in der Natur, und lassen Sie die Welt hinter sich! Die Auswahl an exklusiven Domizilen ist groß. Ein neues Highlight: das Luxus- und Lifestyle-Hotel Son Brull. In das historische Klostergemäuer aus dem 18. Jh. wurde mit viel Fingerspitzengefühl avantgardistisches Design und zeitgenössischer Luxus eingebettet. Die Fünf-Sterne Wellness-Oase mit Spa-Bereich, Gourmet-Restaurant und Szene-Bar liegt ganz nah am Golfplatz von Pollenca (9 Loch, anspruchsvolle Fairways, Ctra. Palma-Pollenca, km. 49,3, 07460 Pollenca, Tel.: 971-533216, Fax: 971-533265, www.golfpollensa.com).

Mit Meerblick golfen

Der Ende 2003 eröffnete Platz Alcanada ist Mallorcas absoluter Shooting-Star (Ctra. del Faro s/n, 07410 Port d`Alcúdia, Tel.: 971-220966, Fax: 971-220967, www.golf-alcanada.com). Und das nicht nur wegen der traumhaften Sicht auf die Bucht von Alcúdia - 16 der 18 Löcher mit Meerblick! Auch das Design von Robert Trent Jones Senior und Junior verlangt den Spielern viel Kopfarbeit ab. Es soll die Wellen des Meeres widerspiegeln. Benannt wurde Alcanada nach dem nahen Leuchtturm, den Sie bei Ihrer Golfrunde bewundern können. An Wasser wird es Alcanada übrigens nie mangeln: Golfdirektor Kristoff Both hat sich als erster auf der Insel für die Grassorte Paspulum entschieden, die mit Meerwasser gesprengt werden kann. Achtung: strikte Handicapregelung - Damen 36, Herren 33!

Stolze Nordlichter besuchen

Ein erlesener Kreis von rund 14.000 Einwohnern pflegt liebevoll die Traditionen des schönen historischen Städtchens Pollenca. Die Pollencins, wie Pollencas Bürger auf der Insel genannt werden, gelten als wohlhabend und eigenwillig. Sie sprechen einen eigenen Dialekt, zelebrieren mit Hingabe ihr lokales Brauchtum und fördern die schönen Künste. Über ein Dutzend Galerien haben sich hier niedergelassen. Die romantisch verschachtelten Gassen und Treppen stammen noch aus der Zeit der Araber. Nach deren Vertreibung führten die Tempelritter das Regiment und gründeten 1236 die Hauptkirche Nostra Senyora del Angels. Seitlich der Kirche steht noch der ehemalige Palast der Templer, der Straßenname Carrer Templ erinnert an den geheimnisvollen Orden. Nach italienischem Vorbild wurden vom 17. bis 19. Jh. die rötlichen bis okkerfarbenen Bruchstein-Häuser gebaut - die meisten sind eine Augenweide! Wer sich auf die Spuren der Römer begeben möchte, folgt den Schildern zur Pont Romà etwas außerhalb der Stadt: Nur eine Brücke über den Torrent de Sant Jordi ist von der römischen Besatzung übriggeblieben - immerhin gut erhalten.

Eine abenteuerliche Piratenschlacht erleben

Moros a terra - Mauren an Land!, brüllt der brave Pollenciner Juan Mas entsetzt von seinem Balkon. Unter ihm bebt die Menge, die sich um Pollencas Wahrzeichen Font de Gall (Hahnenbrunnen) versammelt hat. Mit diesem Schrei beginnt alljährlich am 2. August gegen 19 Uhr das Spektakel Moros i Cristians. Nachgespielt wird die historische Schlacht von 1550 gegen die Bande des türkischen Piratenkönigs Dragut. Die wackeren Pollencins kämpfen in weißen Schlafgewändern, denn der Überfall ereignete sich nachts. Ihren Sieg feiern sie fröhlich bis in die frühen Morgenstunden. Statt Blut fließt jede Menge Mesclat - ein urmallorquinischer schwarzer Schnaps. Um Mitternacht wird ein großes Feuerwerk gezündet.

Mallorcas mystische Seite kennenlernen

Wenn Sie in den Osterferien auf Mallorca sind, sollten Sie sich unbedingt am Karfreitag die Kreuzabnahme-Prozession (Davallament) an Pollencas Kalvarienberg (Puig de Calvari) anschauen! Gegen Abend werden alle Öllampen entlang der 365-stufigen Treppe angezündet. Oben auf dem Vorplatz zur Kapelle bewachen zwei als Römer verkleidete Pollencins ein riesiges Kruzifix. Von diesem Plateau in 170 Meter Höhe haben Sie übrigens einen traumhaften Blick auf die Stadt und die Bucht von Pollenca. Mit Einbruch der Dunkelheit beginnt die Prozession - ein Lichtermeer aus Fackeln und Laternen. Von vermummten Büßern mit spitzen Hüten (Nazarenos) begleitet, wird die in ein schwarzes Spitzentuch gehüllte Christus-Statue treppab in die Kirche Nostra Senyora dels Angels getragen. Dort zelebriert die Gemeinde eine Mitternachtsmesse. Sehr eindrucksvoll setzen die Pollencins auch ihre Fronleichnams-Prozession (Corpus Cristi) im Juni in Szene. Zwei Mädchen in opulenten Adler-Kostümen (àguiles), die den kostbarsten Schmuck der Ortsbewohnerinnen tragen, tanzen vor dem Altar und ziehen alle Blicke auf sich. Der Adler ist Wappentier der Weber. Ihre Zunft sponserte im Mittelalter die Prozession.

Durch einsame Naturparadiese wandern

Senkrecht aus dem Meer ragende Felswände, schattige Steineichenwälder, urige Olivenbaumhaine: Das nördliche Tramuntana-Gebirge eröffnet grandiose und idyllische Panorama-Blicke! Von Pollenca sollten Sie unbedingt zum Klosterberg Puig de Maria (circa 30 Min.) und zur Burgruine Castell del Rei wandern (circa 3 St.; Achtung: Ein Teil ist Privatweg der Finca Ternelles! Vorher bei der Tourist Info nach möglichen Zeiten erkundigen). Von Port de Pollenca führt ein schöner Kurzwanderweg durch das Bóquer-Tal zum Aussichtspunkt Mirador d`Es Colomer (circa 2 St.; Start am östlichen Ortsende). Einen herrlichen Rundwanderweg können Sie auf Alcúdias Halbinsel Sa Victòria unternehmen. Einzigartig ist der Naturpark S'Albufera an der Bucht von Alcúdia - mit 1700 Hektar das größte Feuchtgebiet der Balearen! Etwa 200 Vogelarten leben im Park, rund 10.000 Zugvögel aus Afrika und Nordeuropa rasten hier. Darüber hinaus gibt es jede Menge Amphibien, Aale, Libellen und prächtige Sumpforchideen. Von den schilfgesäumten Wander- und Fahrradwegen haben Sie die scheuen Park-Bewohner bestens im Blick, ohne ihr Leben zu stören (Eingang an der Brücke Pont dels Angleso, Ctra. Alcúdia-Can Picafort). Im Naturschutz- und Informationszentrum erhalten Sie Broschüren, eine Karte des Gebiets sowie Ferngläser (gegen eine Leihgebühr).

Spuren der Araber und Römer entdecken

Al-Kudia heißt auf Arabisch der Hügel. Auf einem solchen errichteten die Mauren ihre Inselhauptstadt, nachdem sie Mallorca 903 erobert hatten. Den arabischen Namen trägt das historische Landstädtchen Alcúdia noch heute, nur die Schreibweise änderte sich ein wenig. Seine gegenwärtig rund 6000 Bewohner umrahmt eine mächtige mittelalterliche Stadtmauer - 1298 von Jaume II begonnen und um 1660 von Philip IV erweitert. Als Steinlieferant diente die verlassene römische Siedlung Pollentia unterhalb der Stadt. Hier fanden schon die Araber ihr Baumaterial. Glücklicherweise wurden über die Jahrhunderte nicht alle Steine davongetragen: Pollentia ist der römische Hauptfundort der Insel, obwohl nur noch einige Säulen und die Grundmauern der Casa de la Portella stehen (gegenüber der Pfarrkirche, Ctra. Port d`Alcúdia). Auch vom kleinsten Amphitheater Spaniens, dem Teatre Romà, sind nur noch die Grundmauern erhalten (Ctra. Port d`Alcúdia, km 54). Das Museu Monogràfic de Pollentia hilft Ihrer Fantasie auf die Sprünge: Anhand des Modells eines römischen Hauses können Sie sich das einstige Pollentia besser vorstellen (C/. Sant Jaume, 30; hinter der Pfarrkirche).

Klassischen Klängen lauschen

Pollencas internationale Musikwochen (Festival de Pollenca) zwischen Juli und September genießen in der Musikwelt höchste Anerkennung. Einen stilvollen Rahmen bietet das altehrwürdige Dominikanerkloster - gegründet im Frühbarock 1578. Meist spielen die Virtuosen im schönen Innenhof des Claustre del Convent Santo Domingo. Schirmherrin des Festivals ist keine geringere als Spaniens Königin Sofía. Wenn es ihre Zeit erlaubt, besucht sie gern auch mal persönlich ein Konzert. Infos sowie das aktuelle Programm veröffentlichen die Organisatoren auf der Homepage www.festivalpollenca.org.

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