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Karibik-Feeling in Mallorcas Süden

Türkisblaues Wasser, feinster weißer Sand, Palmen und Sonne satt - nicht umsonst heißt Mallorcas Süden Migjorn, das mallorquinische Wort für Mittag. Nur gut zwei Flugstunden trennen Sie von diesem Paradies!

Es Trenc Strand

Mallorcas größter nahezu unberührter Sandstrand Es Trenc gilt als die Karibik von nebenan. Acht Kilometer Bilderbuch-Playa erstrecken sich von Sa Ràpita bis Colònia de Sant Jordi (Anfahrt am besten von Campos aus, Großparkplätze in Ses Covetes am Nordende des Strandes und bei den Salines de Llevant). Die Dünenlandschaft steht unter Naturschutz, in der Bucht gedeihen Aleppokiefern, Wacholder und Rosmarin. Eine gute Infrastruktur finden Sie im Abschnitt um Colònia de Sant Jordi (Sonnenschirme, Liegestuhl-Verleih, Duschen, Toiletten und Strandrestaurants). Im mittleren Abschnitt liegt der inoffizielle FKK-Bereich.

Salines de Llevant

Rund 10.000 Tonnen Salz werden pro Jahr in den Salines de Llevant zwischen Campos und Colònia de Sant Jordi gewonnen. Mit dem Auto können Sie bequem auf einem kleinen Pfad durch das 130 Hektar große Privatgebiet mit seinen Salzseen und glitzernden weißen Salzbergen fahren. Vogelfreunde sollten Mallorcas letzte Meeressaline mit Fernglas ausgerüstet erwandern, da sich hier viele seltene Arten präsentieren. Die Methode der Salzgewinnung ist einfach und raffiniert zugleich: Im April wird das Meerwasser auf die Salzfelder gepumpt, während des heißen Sommers verdunstet der Wasseranteil. Zurück bleibt fast reines Meersalz. Erntezeit ist im September - und zwar schon seit gut 2000 Jahren. Erst 1850 begann mit der Gründung der Firma Salines de Llevant die industrielle Salzgewinnung. Im Salz-Shop gibt`s Mallorcas weißes Gold in Kilo-Tüten für ein paar Cent zu kaufen (Ctra. Campos-Colònia de Sant Jordi, km 10, Camino Playa d`Es Trenc, Mo - Fr 7 - 15 Uhr). Unbedingt probieren: das neue Gourmet-Salz Flor de Sal in unterschiedlichen Geschmacksvarianten (erhältlich in Mallorcas Feinkostläden oder auf den Wochenmärkten in Andratx und Santanyí). Seit 2003 ernten die Flor de Sal-Jungunternehmerinnen Katja Wöhr und Sabine Kersten die kostbare, süßlich schmeckende oberste Lage auf den Salzwasserbecken - sie enthält die 16-fache Magnesium- und doppelte Kalziummenge.

Das Dorf Capocorb Vell

Familie Feuerstein lässt grüßen: Das Dorf Capocorb Vell in der Nähe von Cala Pi ist eine der bedeutensten bronzezeitlichen Megalithsiedlungen des westlichen Mittelmeeres. Errichtet wurden die Talaiot-Häuser vermutlich im 14. Jh. v. Chr. von Einwanderern aus dem östlichen Mittelmeer, die auf der Insel Ackerbau und Viehzucht betrieben. Der Begriff Talaiot bezeichnet einen trutzigen Bau aus riesigen Natursteinen, die im Trockenmauerwerk aufeinander geschichtet wurden. Die meisten Talaiots waren zwei- bis dreistöckig und pyramiden- oder kegelförmig. Mallorcas Urbevölkerung lebte seinerzeit übrigens noch in Höhlen. Da die schönen großen Talaiot-Steine im Laufe der Jahrhunderte zum Bau von neuen Gebäuden abtransportiert wurden, sind in Capocorb Vell nur noch drei runde und zwei quadratische Bronzezeit-Häuser übrig geblieben - umgeben von kleineren Anbauten und Grundriss-Ruinen.

Botanicactus bei Ses Salines

Die Wüste lebt - auf Mallorca! Im 50.000 Quadratmeter großen Kakteengarten des botanischen Gartens Botanicactus bei Ses Salines gedeihen über 400 Arten aus der ganzen Welt. Darunter Prachtexemplare wie die 300 Jahre alte Carnegiea gigantea, heimisch in Arizona. Mit einer Ausdehnung von insgesamt 150.000 Quadratmetern ist die 1988 eröffnete Anlage einer der größten botanischen Gärten Europas. Vielleicht verfügt sie obendrein sogar über den größten schiffbaren künstlichen See der Welt. Biotope mit endemischen Pflanzen wechseln sich mit tropischen und ariden Landschaften ab. Auch die Architektur des Gartens ist eine Schau: Von schattigen Laubengängen über künstliche Hügel bis hin zu originellen Wasserspielen wird dem Besucher alles geboten, was ein grünes Paradies ausmacht - darunter Highlights wie ein originalgetreues arabisches Wasserschöpfrad und eine mallorquinische Windmühle mit dazugehörigem Wasserbecken, das als Fischteich genutzt wird.

Die besten Empanadas essen

Inselweit bekannt ist die Bäckerei Ca`n Pomar an der Hauptstraße von Campos für ihre vorzüglichen empanadas (mit Fisch, Fleisch oder Marmelade gefüllte Teigtaschen). Kein Wunder, dass sich die Qualität auf ganz Mallorca herumgesprochen hat: Schließlich wird bei Ca`n Pomar schon seit über hundert Jahren gebacken, was das Zeug hält. Tipp: Wenn Sie schon mal in Campos sind, achten Sie auf die sehr fantasievollen Kamine - gestaltet von lokalen Handwerkern. Außerdem sehenswert: die prächtige Kassettendecke und das Gemälde El Santo Cristo de la Paciencia von Bartolomé Esteban Murillo in der Kirche Sant Julià (C/. Major; den Schlüssel erhalten Sie beim Pfarrer in der gegenüberliegenden Casa de la Rectoria)

Würzigen Käse probieren

Qualität im Quadrat: Piris heißt die mallorquinische Variante des berühmten viereckigen Mahón-Käses von der Nachbarinsel Menorca. Auf den Bauernhöfen um die Agrarhochburg Campos geben die Nachfahren friesischer Kühe, frisons genannt, Milch für den auf ganz Mallorca erhältlichen Käse. Zwar schmeckt der Piris nicht ganz so pikant wie der Mahón, doch verströmt auch er das beliebte Aroma von sonnengereiften Kräutern und Meersalz. In Campos Käserei Formatges Piris werden jährlich rund sechs Millionen Liter Milch verarbeitet. Sagenhafte 30 Liter Milch stecken allein in einem Drei-Kilo-Käselaib. Neben dem Frischkäse produziert der rund 60 Jahre alte Familienbetrieb noch drei weitere Sorten. Der semicurado schmeckt mild und cremig - er lagert nur vier bis fünf Wochen. Mindestens drei Monate reifen muss der curado, damit er seine kräftigen und festen Ränder erhält. Ein knappes halbes Jahr braucht der reserva, um seinen typischen Geschmack zu entwickeln.

Die Insel Cabrera besuchen

Eine atemberaubende Sicht bis zur 14 km entfernten Nachbarinsel Cabrera können Sie vom Felsvorsprung Cap Blanc an der Südküste genießen, der 80 Meter über dem Meer thront. Da Cap Blanc militärisches Sperrgebiet ist, findet man in der Nähe des Leuchtturms leicht eine Parkmöglichkeit. Vom Straßenrand (z.B. bei km 17) sind es nur wenige Schritte bis zur Klippe. Highlight für Botanik-Fans: In dieser Gegend wächst eine schlanke Variante der Aleppokiefer, die nur auf den Balearen vorkommt (Pinus halepensis ceniliae).

Jeden Morgen gegen halb zehn starten Fährboote vom idyllischen kleinen Hafen Colònia de Sant Jordi zur Nachbarinsel Cabrera (Frühjahr bis Herbst; im Winter nur mit privaten Booten erreichbar). Die Fahrt dauert eine gute Stunde. Zurück geht es meist nachmittags gegen vier. Bis dahin haben Sie Zeit, die paradiesische Flora und Fauna kennenzulernen. 1991 wurde Cabrera mit seinen 18 Trabanten-Inselchen zum insgesamt 10.000 Hektar großen Nationalpark erklärt - der erste Spaniens, der neben Land- auch Meeresfläche umfasst. Schnorchler entdecken hier kleine Kraken, Meros, Moränen und viele andere interessante Unterwasser-Bewohner. An Land kreuzen dunkle Eidechsen der endemischen Art Pordarcis lilfordi den Weg. Der Bootsausflug kostet für Erwachsene rund 28 Euro pro Person plus Bord-Verpflegung für rund sechs Euro. Wer mit dem eigenen Boot die Insel besuchen möchte, benötigt eine Genehmigung der Parkverwaltung (Tel.: 971-72 50 10, www.reservasmarinas.com).

Den Spuren der Piraten folgen

Der Wachturm von Cala Pi wurde im Jahr 1662 errichtet, um nahende Piraten zu erspähen. Früher gab es insgesamt über 80 talaies (Wachtürme) entlang der mallorquinischen Küstenlinie. Bis Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sie eine Warnkette mit Rauch- und Feuerzeichen. Danach wurden die steinernen Denkmäler versteigert, viele wurden auch als Steinbrüche genutzt. Die übrig gebliebenen talaies dienen heute als Aussichtspunkte für Touristen. Der trutzige runde Turm von Cala Pi ist gut restauriert. Er kann jedoch nur von außen besichtigt werden.

Das ganze Jahr über Sonne tanken

Die südliche Region Mallorcas nennt sich Migjorn, das ist das mallorquinische Wort für Mittag. Zurecht, denn in Mallorcas wärmster Ecke (17 Grad im Jahresdurchschnitt) herrscht eigentlich immer Siesta-Laune. An keinem anderen Ort der Insel regnet es so selten und so wenig (nur 300 bis 500 mm Niederschlagsmenge im Jahresdurchschnitt).

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