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Moros y Cristianos in Pollença

Moros y Cristianos

Auch Pollença hat in vergangener Zeit einen Sieg gegen maurische Piraten zu verzeichnen. Und auch hier wird dieser besondere Tag im Namen des Patronatsfest Moros y Cristianos gefeiert. Das Fest findet jedes Jahr am 02. August statt.

Weckruf zum Siegeszug - sie siegreiche Schlacht gegen maurische Piraten unter der Führung des Korsaren Dragut, im Jahr 1550, stellen die Bürger der Stadt originalgetreu nach. Um 5 Uhr morgens zieht eine Musikkapelle von der Plaça Miquel Capllonch durch den Ort und weckt damit die Bürger zum Fest. Um 11 Uhr wird eine Messe zu Ehren der Mare de Déu dels Àngels abgehalten, wozu mallorquinische Folkloregruppen (Cossiers) vor der Pfarrkirche tanzen. Um 12.15 Uhr treten sie noch einmal auf der Plaça Major auf. Um 17.30 Uhr beginnt die Prozession mit dem Heiligenbild der Mare de Dèu dels Angels durch den Ort.

Erfolge müssen gefeiert werden: Das Highlight ist am Abend (19.00 Uhr) das Gefecht Moros gegen Cristianos. Die Christen in ihren weißen Nachthemden, da es heißt, dass sie Nachts von den Angreifern überrascht wurden, und die maurischen Piraten in zerrissener Kleidung treffen auf der Plaza l'Almoina aufeinander. Nach einem Gefecht mit Steinschleudern und Schrotflinten, gelingt es den Christen schließlich, die Piraten abzuwehren und sie ergeben sich. Unter der erbeuteten Korsarenflagge, ziehen die Bürger zurück zur Pfarrkirche, wo gegen 21.30 Uhr der Jungfrau mit dem Tedeum von Mossèn Miquel Tortell gedankt wird. Gegen Mitternacht wird zum Abschluss die Hymne der Stadt gespielt und ein spektakuläres Feuerwerk entfacht. Achtung: Touristen werden wie in Sollér auch, gerne von den Moros mit schwarzer Farbe (meist Schuhcreme) im Gesicht angemalt. An Schüssen mit Schrotflinten wird auch in Pollença nicht gespart. Also bitte Ohropax mitbringen.

Umzug Kämpfender Maure Pollenca Früh übt sich!

Heiße Schlacht Pollencas - Patronatstag: Christen gegen Mauren

"Wie gefalle ich euch?", ruft Joana in die Runde und dreht sich in ihrem weißen Satin-Kleid temperamentvoll zur Musik. Es ist der 2. August, El Dia de la Patrona. Der Patronatstag ist Höhepunkt von Pollencas Festwoche und für jeden echten Pollenciner wichtigster Tag des Jahres. Aus den Boxen ertönt der Sommerhit "Bomba". "Buh", grölt die Partygemeinde. "Meinst du, als die Mauren Pollenca überfielen, hatten unsere Frauen so viel Zeit zum Styling?", fragt Tolo. "Er hat recht. Das ist gegen die Tradition. Mama hat dir extra ein Nachthemd rausgelegt", murmelt Joanas Bruder Francesc erdnusskauend. Joana gibt sich geschlagen. Sie wohnt nur zwölf Treppenstufen von der Fete entfernt - insgesamt hat Pollencas Kalvarienberg 365. Gegenüber verschwindet gerade ein Nachbar mit violettem Turban und bunter Brokat-Weste in seinem Haus. "Mama", ruft Joana und klopft ans Küchenfenster. Alle schon weg! Sie schließt auf und findet das lange weiße Baumwollnachthemd ihrer Mutter zusammengefaltet auf dem Bügelbrett. Joana seufzt. Die Wanduhr schlägt halb fünf. Blitzschnell schlüpft sie aus ihrem neuen Satin-Kleid und streift dafür das spitzenbesetzte Familienerbstück über. Hoffentlich warten ihre Freunde. Schließlich hat sie keine Lust, alleine zur Placa Major zu gehen. "Wo bleibst du denn?", empfängt ihr Bruder sie ungeduldig. Die Clique ist abmarschbereit. Auf dem Dorfplatz ist schon der halbe Ort versammelt. Alle Bars haben draußen Theken aufgebaut, sogar das Hotel Juma. Man trifft sich, trinkt, wartet. Die Männer tragen große bunte Ohrringe und Ketten, die Frauen weiße Baumwollnachthemden. Sogar die Kleinsten sind als christliche Bürger oder maurische Piraten verkleidet. Endlich! Ein morgenländisch kostümierter Musikzug bahnt sich seinen Weg durch die Menge. Minutenlanger Applaus. Dann verteilen sich die Pollenciner in allen mit weißen Girlanden geschmückten Gassen. Die Dekoration markiert die Marschroute der maurischen Piraten anno 1550. Joana spaziert mit ihrer Clique zur Placa d`Almoina.

Stimmung Der Urschuh Cilque

Die begehrtesten Plätze um den Hahnenbrunnen sind schnell vergeben. Wieder trifft man Bekannte, schwatzt, trinkt. Gegen sieben zeigt sich ein Mann im mittelalterlichen Nachtgewand auf einem der Balkone und schreit: "Pollenciner, wacht auf, die Piraten sind da!" Auf diesen Spruch haben die Massen fast zwei Stunden lang gewartet. Das opernreife Duell zwischen dem pollencinischen Christenführer Juan Mas und dem maurischen Piratenkönig Dragut beginnt. Die Verstärkung lässt nicht lange auf sich warten: Über 600 mit Pinienstangen bewaffnete Christenmänner stürmen durch die Gassen. Von der anderen Seite kommen die Mauren mit rasselnden Säbeln und tosenden Gewehren. Die Menschen werden an die Häuserwände gepresst, von einem Balkon prasselt ein Eimer Wasser auf die tapferen Recken nieder. "Papa, Papa", ruft Joana. Ihr Vater kämpft in diesem Jahr auf der Seite der Piraten. Seine goldverzierte Weste ist über und über mit mesclat, Pollencas typischem schwarzen Kräuterschnaps, besudelt. Dann sieht Joana auch ihre Mutter. Auf ihrem Gesicht und Nachthemd zeichnen sich deutliche Spuren von Vaters bunten Piraten-Farben ab. Zum Schlacht-Finale zieht das ganze Dorf auf den Fußballplatz. Eine halbe Stunde später tönt es: Sieg für die Christen! Glücklich und erschöpft macht sich die Gemeinde auf den Weg zur Pfarrkirche. Die Christenmänner drängen mit erhobenen Pinienstangen in Richtung Altar - begleitet vom Te Deum des Männerchores. Dann stimmt der Organist die Groigs an. Joanas Mutter schluchzt. Alle Pollenciner singen aus vollem Herzen die Dankeshymne an die Mutter Gottes. Draußen füllen sich allmählich die Cafés und Restaurants. In der Dämmerung werden opulente Menüs serviert. Krönung der Patronatswoche: ein riesiges Feuerwerk um Mitternacht. Sind Touristen eigentlich zum Fest-Spektakel erwünscht? "Klar, wenn sie mit uns feiern und nicht umgekehrt", sagt Joana.

Tipp: Der Fest-Kalender für die gesamte Patronatswoche (La Patrona) wird von der Gemeindeverwaltung an alle Haushalte verteilt. Auf Anfrage erhalten Sie ihn im Ajuntament de Pollenca (am Kalvarienberg auf der rechten Seite).
Auch sollte man sich, sollte man in übernachten wollen frühzeitig um eine Unterkunft kümmern.

Adresse:
Tourist-Information:
Sant Domingo, 2
Tel.: 971 535 077
Fax: 971 535 077


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