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Auswandern Mallorca

Auswandern nach Mallorca

Checkliste für Auswanderer

  1. Ist Ihr finanzielles Polster so gut, dass Sie notfalls eine Zeit lang auch ohne Einkünfte auskommen könnten?
  2. Haben Sie eine realistische Vorstellung von Mieten und Kaufpreisen?
  3. Haben Sie sich über Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten informiert?
  4. Sprechen Sie Spanisch oder noch besser Mallorquín? Haben Sie gute Englisch-Kenntnisse?
  5. Haben Sie bereits Freunde und Bekannte auf der Insel? Sind Sie kontaktfreudig und können sich schnell an eine neue Umgebung gewöhnen?


  6. Arbeit auf Mallorca

    Infos für Arbeitnehmer

    EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis für Mallorca und werden rechtlich den Arbeitnehmern ihres Gastlandes gleichgestellt. Wer länger als drei Monate angestellt ist, braucht jedoch eine N.I.E. (Ausländer-Nr.) vom Ausländeramt (Jefatura Superior de Policía de Baleares - Oficina de Extranjeros). Dort muss auch die tarjeta de residencia beantragt werden (Aufenthaltskarte für Ausländer, die länger als sechs Monate in Spanien leben). Die Gehälter sind in der Regel wesentlich niedriger als in Deutschland - oft noch nicht mal halb so hoch. Zum Beispiel verdienen Vollzeit-Sekretärinnen oder-Bürokauffrauen nur rund 1000 bis 1500 Euro brutto.

    Arbeitsverträge sollte man auf alle Fälle schriftlich abschließen. Unbedingt folgende Punkte integrieren:

    1. Beschreibung der Tätigkeit,
    2. Arbeitszeit
    3. Höhe der Vergütung
    4. Urlaub (mindestens 30 Arbeitstage)
    5. Kündigungsfrist (üblicherweise 15 Tage)
    6. Bezugnahme auf einen Tarifvertrag


    Eine Beschäftigung als Teilzeit-Aushilfe ist nicht möglich, Überstunden gibt es offiziell nicht (werden deshalb schwarz bezahlt). Da Krankheit oder Entlassung des Arbeitnehmers für spanische Arbeitgeber sehr teuer werden können, schließen sie ungern feste Anstellungsverträge ab. Stattdessen bevorzugen sie die Vertragsform "fijo discontinuo" (wörtlich übersetzt: fest unterbrochen). Dabei wird der Mitarbeiter für ein paar Monate "fest" eingestellt und hat auch im Folgejahr Anspruch auf Einstellung für die entsprechenden Monate. Eine weitere beliebte Vertragsform: die sogenannten "temporales", Zeitarbeitsverträge für drei bis neun Monate. Laut Arbeitsministerium sind rund 80 % dieser Verträge illegal.

    Die Sozialversicherungsbeiträge zahlt zu 75-80 % der Arbeitgeber. Deshalb werden Mitarbeiter oft mit wesentlich niedrigeren als den intern vereinbarten Bezügen angemeldet. Bei der Gehaltsabrechnung müssen die Beträge der Sozialversicherung (Alters-/ Kranken-/Arbeitslosenversicherung) einzeln aufgeführt werden.

    Deutsche Arbeitnehmer, die sich von ihren mallorquinischen Arbeitgebern unrechtmäßig behandelt fühlen, dürfen sich auch an die großen spanischen Gewerkschaften "Comisiones Obreras" (CC.OO) und "Unión General de Trabajadores" (UGT) wenden (es gibt deutschsprachige Ansprechpartner).

    Betrügerische Arbeitgeber können bei der "Inspección de Trabajoy Seguridad Social" (Ministerio de Trabajo, Carrer Ciutat de Querétaro, s/n, 07007 Palma, Tel.: 971-77 15 44) angezeigt werden.

    Jobsuche auf Mallorca

    Leider sind Stellenangebote außerhalb der Tourismus-Branche relativ rar, denn die meisten deutschen Dienstleistungs-Firmen haben keinen großen Mitarbeiter-Bedarf. Mallorquinische Firmen setzen in der Regel die spanische Sprache in Wort und Schrift voraus - noch besser Mallorquín.

    Während der Saison werden in Tourismus-Zentren wie Playa de Palma oder Cala Ratjada jede Menge Kellner, Promotion-Leute etc. gebraucht. Dauerurlaub mit ein paar Stündchen Taschengeld-Verdienen? Von wegen! Zwölf-Stunden-Tage sind keine Seltenheit.

    Wer sich trotz schwieriger Arbeitsmarkt-Situation ernsthaft für einen Job auf Mallorca bewerben möchte, kann sich an die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn wenden (auch über Arbeitsamt online, www.arbeitsagentur.de, Menü-Punkt "International"). Seit Herbst 1994 sind die Arbeitsverwaltungen der Europäischen Union über das sogenannte EURES-System miteinander verbunden. Das Computer-Netzwerk erfasst nicht nur offene Stellenangebote der Mitgliedsländer, sondern auch arbeits- und beschäftigungsrelevante Daten. Die Internationale Arbeitsvermittlung der ZAV vermittelt Fach- und Führungskräfte in EU-Länder - direkt oder in Zusammenarbeit mit anderen Vermittlungseinrichtungen und Partnerstellen. Darüber hinaus ist sie für Austauschprogramme der Europäischen Union verantwortlich.

    Internationale Studienführer, Vorlesungsverzeichnisse, Broschüren, Datenbanken auf CD-Rom, Internet-Zugang zu Datenbanken und Beratung per Videokonferenz bieten die Europäischen Berufsberatungszentren (EBZ). Für Spanien ist das EBZ in Frankfurt a.M. zuständig. Informationen der Europäischen Berufsberatung und Europäischen Arbeitsvermittlung (EURES) können auch über eine Hotline der Bundesanstalt für Arbeit (BA) abgefragt werden (Rufnummer: 0180/522 20 23, nur übers Festnetz). Außerdem besteht die Möglichkeit, telefonisch die kostenlosen BA-Broschüren und Faltblätter über Europa zu bestellen. Für die CD-Rom "fit for europe" wird eine Schutzgebühr von 10 Euro erhoben.

    Auswander-Willige, die länger als einen Monat arbeitslos gemeldet sind, erhalten beim heimischen Arbeitsamt den E-303-Schein. Er berechtigt dazu, drei Monate in Spanien nach einer Stelle zu suchen. In dieser Zeit zahlt das spanische Arbeitsamt "Instituto Nacional de Empleo" (INEM) die nach deutschem Recht zustehenden Arbeitslosenbezüge. Für Deutsche, die über ein Jahr in Spanien als Angestellte gearbeitet haben, ergibt sich ein Anspruch auf spanisches Arbeitslosengeld (fällt allerdings wesentlich geringer aus als das deutsche).

    Eine wichtige Quelle für Jobsuchende auf Mallorca ist der Anzeigenteil des deutschsprachigen "Mallorca Magazin". Auf der Insel wird es an jedem Kiosk verkauft, aber auch in Deutschland gibt es einige Verkaufsstellen (vor allem in großen Bahnhöfen). Im Internet bietet das "Mallorca Magazin" eine Online-Abobestellung und -Anzeigenannahme sowie eine Übersicht über die Verkaufsstellen in Deutschland. Weitere interessante Print-Medien mit Anzeigenteil: Mallorca Zeitung, El Aviso, Mallorca Anzeiger und truque. Außerdem lohnt es sich, im Internet bei der Jobbörse des Inselradios vorbeizuschauen. Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr bietet der Sender darüber hinaus eine Mallorca-Jobbörse im Radio (Internet-Empfang möglich).

    Tipp: Mit Initiativbewerbungen sammelt man bei vielen Firmen Pluspunkte! Am besten erst mal eine Liste von Firmen erstellen, die für eine Bewerbung infrage kommen (zum Beispiel über die spanischen Gelben Seiten). Dann einfach anrufen oder schriftlich Infos anfordern!

    Zeitarbeit

    Vorteile von "agencias de trabajo" (Zeitarbeitsfirmen): Es wird darauf geachtet, dass die Arbeitsverträge in Ordnung sind, und man hat bei den Leih-Unternehmen erst mal einen "Fuß in der Tür" - sprich: wenn's gut läuft, besteht die Chance einer Übernahme. Adressen findet man in den spanischen Gelben Seiten (Such-Stichwörter: agencias de trabajo, contratación de personal temporal).

    Existenzgründung & Selbständigkeit

    Wer in Spanien lebt und mit einer Firma eine freie Mitarbeit vereinbart, hat den Status eines "autónomo". Es gelten dieselben Vorschriften wie für Selbständige. Für die staatliche Krankenversicherung und für die Rentenversicherung müssen monatlich rund 200 Euro abgeführt werden - egal, wieviel man verdient. Auch der Abschluss einer privaten Krankenversicherung befreit nicht von dieser Last. Wer länger als ein halbes Jahr auf der Insel leben möchte, braucht die "tarjeta de residencia" (Aufenthaltskarte). In jedem Fall notwendig: eine N.I.E./ N.I.F.-Nr. (Ausländer-Nr./ Steuer-Nr.). Tarjeta de residencia und N.I.E. werden beim Ausländeramt (Jefatura Superior de Policía de Baleares - Oficina de Extranjeros) beantragt. Nächster wichtiger Schritt ist die Anmeldung bei der Sozialversicherung. Alle drei Monate muss dann gegebenenfalls IVA (Mehrwertsteuer) abgeführt werden. Außerdem müssen Selbständige Einkommensteuervorauszahlungen leisten, jeweils 20% der letzten Jahres-Steuerabrechnung bzw. ein Schätzwert.

    Noch ein paar Hinweise zu den Betriebskosten: Grundsätzlich ist alles absetzbar, was der Erzielung von Einkünften dient - Telefon und Pkw allerdings nur, wenn eine ausschließlich berufliche Nutzung nachgewiesen werden kann. Wer sein Büro in der Privatwohnung hat, kann die Telefonkosten beispielsweise nicht in private und geschäftliche Nutzung aufteilen. Wer sein Auto als Geschäftsfahrzeug geltend machen will, muss mindestens einen zweiten privaten Wagen besitzen.

    Die wichtigsten Behördengänge für Unternehmensgründer (Einzelunternehmer heißt auf Spanisch "autónomo", der deutschen GmbH entspricht die "Sociedad Limitada, SL"):

    1. Beim Ausländeramt (Jefatura Superior de Policía de Baleares - Oficina de Extranjeros) die N.I.E., die Identifikationsnummer für Ausländer beantragen! Wer länger als sechs Monate in Spanien lebt, braucht außerdem die "tarjeta de residencia", Aufenthaltskarte (muss spätestens nach drei Monaten beantragt werden).
    2. Sich mit der N.I.E. beim Finanzamt (Ministerio de Economía y Hacienda, Delegación de Baleares) registrieren lassen: Anmeldung des Unternehmens (Steuernummer), Gewerbesteueranmeldung, Anmeldung der Mehrwertsteuer (bei mehrwertsteuerpflichtigen Tätigkeiten muss nach Abschluss jedes Quartals - wie auch in Deutschland - eine Erklärung abgegeben werden, außerdem muss ein Einkommensteuerabschlag gezahlt werden - Deadline für die Jahressteuererklärung ist der 30. Juni des Folgejahres)
    3. Bevor man Miet- oder gar Kaufverträge für Geschäftsräume unterzeichnet, sollte unbedingt im Rathaus (Ayuntamiento) der jeweiligen Gemeinde nachgefragt werden, ob der Standort des Geschäfts mit dem "Plan de Ordinación Urbana" (vorgesehene Nutzung der entsprechenden Zone) harmonisiert. Wenn ja, lässt man einen Ingenieur/ Architekten feststellen, ob das Ladenlokal/ Büro den Bestimmungen entspricht oder ob Änderungen nötig sind. Geplante Änderungen werden in einem "proyecto técnico" (Plan zur technischen Durchführung) festgehalten und eingereicht. Gegebenenfalls muss eine Umbaugenehmigung ("licencia de obras" ) beantragt werden. Wenn alles abgeschlossen ist, steht der "licencia de actividad" und der "licencia de apertura" (Geschäfts- und Eröffnungslizenz) nichts mehr im Wege.
    4. Spätestens nach einem Monat muss das Unternehmen mit seinen Angestellten bei der Sozialversicherungsbehörde (Tesorería General de la Seguridad Social) angemeldet werden.
    5. Für die Ausgabe und Stempelung von Personalbüchern ist das Arbeitsministerium (Ministerio de Trabajo) zuständig.
    6. Beim Handelsregister (Registro Mercantil) werden die offiziellen Unternehmens-Bücher legalisiert.


    Tipp: Wer sich unnötigen Ärger und Stress ersparen möchte, nimmt zur Erledigung der bürokratischen Formalitäten eine Gestoria in Anspruch! Besonders mit Geschäftsverkäufen und Aushandeln von Genehmigungen wird auf der Insel viel Schindluder getrieben. Renommierte Gestorias bewahren ihre Kunden vor solchen Betrügereien.

    Studium und Praktika

    Wer sich für ein Studium an der &Universitat de les Illes Balears& (UIB) interessiert, findet relevante Informationen unter www.uib.es. Die Universität nimmt an einigen europäischen Stipendien-Programmen teil - unter anderem ERASMUS. Auf der UIB Internet-Präsenz sind die E-Mail-Adressen von Stipendiaten angegeben. Tipp: Einfach mal per Mail anfragen, welche Erfahrungen die Studenten an der UIB gemacht haben! Einen Überblick über internationale Weiterbildungsangebote kann man sich bei den Europäischen Berufsberatungszentren (EBZ) verschaffen. Sie bieten Studienführer, Vorlesungsverzeichnisse, Broschüren, Datenbanken auf CD-Rom, Internet-Zugang zu Datenbanken und sogar Beratung per Videokonferenz. Für Spanien ist das EBZ in Frankfurt a.M. zuständig. Wer sich für Jobs und Praktika auf Mallorca interessiert, kann sich unter anderem an die Abteilung für Internationale Arbeitsvermittlung der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn wenden. Insbesondere werden hier Stellen im Hotel- und Gaststättengewerbe, im internationalen Management und in internationalen Organisationen angeboten.

    Gestoria

    Universal-Problemlöser: Die Agenturen für Verwaltungsformalitäten (Gestorias) helfen zum Beispiel bei Ausländerbelangen, Arbeits- und Mietverträgen, Existenzgründung, Steuerangelegenheiten, Autoummeldung, Haus- und Grundstücksangelegenheiten sowie Versicherungen.

    Kriterien für eine gute Gestoria:

    1. Der Gestor sollte ein mindestens vierjähriges Jurastudium mit Abschlussprüfung absolviert haben (gestor administrativo) und bei der Kammer mit Eintragungsnummer zugelassen sein (Auskunft erteilt: Colégio de Gestores, C/. Parellades, 12 a, Palma, Tel.: 971-71 06 76). Zugelassene Gestoren haften vergleichbar mit Architekten für ihre Beratung.
    2. In Full-Service Gestorias arbeiten mindestens acht Leute. Am besten ist es, wenn sich Gestoren mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Anwälten, Buchhaltern und Experten für Arbeitsrecht zusammengeschlossen haben.
    3. Nachdem der Leistungsumfang geklärt ist, sollte ein Kostenvoranschlag (presupuesto) erstellt werden - Anzahlung erst bei Auftragserteilung!


    Wichtige Adressen

    Allgemein

    Ausländeramt
    Jefatura Superior de Policía de Baleares - Oficina de Extranjeros
    C/. Tous i Maroto, 3
    Palma
    Tel.: 971-21 81 00

    Finanzamt
    Ministerio de Economía y Hacienda, Delegación de Baleares
    Administración de Palma
    C/. Cecili Metel, 9
    07003 Palma
    Tel.: 971-44 88 00
    (weitere Stellen in Palma-Levante, Inca und Manacor)

    Arbeitnehmer

    Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZVA)
    Deutsches Arbeitsamt
    Villemombler Straße 76
    53123 Bonn
    Tel.: 0228/ 713 13 13
    Fax: 0228/ 713 11 11

    Europäisches Berufsberatungszentrum (EBZ)
    Arbeitsamt Frankfurt a.M. (zuständig für Spanien)
    Fischerfeldstraße 10-12
    60311 Frankfurt a.M.
    Tel.: 069/2171-2535
    Fax: 069/2171-2662
    E-Mail: Frankfurt-Main.euroguidance@arbeitsamt.de

    Arbeitsamt Mallorca
    Instituto Nacional de Empleo (INEM)
    C/. Mateu Enric Llado, 21
    Palma
    Tel.: 971-72 83 77
    Fax: 971-72 36 55

    Gewerkschaften

    Comisiones Obreras (CC.OO)
    Carre Francesc de Borja Moll, 3
    07003 Palma de Mallorca
    Tel.: 971-726 060

    Unión General de Trabajadores (UGT)
    Federación de Servicios Públicos de UGT
    Avgda. Arquitecte Gaspar Bennazar, 5
    07004 Palma de Mallorca
    Tel./ Fax: 971- 498 038

    Existenzgründer

    Sozialversicherungsbehörde
    Tesorería General de la Seguridad Social
    La Rambla, 18
    07003 Palma
    Tel.: 971-21 83 00 oder 971-21 84 94

    Arbeitsministerium
    Ministerio de Trabajo
    Ciutat de Querétaro, s/n
    Administración Periférica del Estado
    07007 Palma
    Tel.: 971-17 63 00

    Handelsregister
    Registro Mercantil
    C/. Pare Bartomeu Pou, 31
    07003 Palma
    Tel.: 971-75 50 00

    Colégio de Gestores
    C/. Parellades, 12 a
    Palma
    Tel.: 971-71 06 76

    Mallorca Business Center
    Calle San Jaime n°6
    E-07012 Palma de Mallorca
    Tel.: 971-22 80 80
    Fax: 971-22 80 81
    (Beratung, Büroservice, Geschäftsräume)


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