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Sóller

Sóller Mallorca

Foto: Zugfahrt mit dem Roten Blitz

Sóller im Tramuntana Gebirge

Das ganze Jahr über Hochsaison hat das schmucke Tramuntana-Städtchen Sóller nebst Ortsteil Port de Sóller. Die Fahrt von Palma mit dem nostalgischen Zug „Roter Blitz“ - auch Orangen-Express“ genannt - zählt zu den beliebtesten Mallorca-Ausflügen. Von Sóller aus machen die Touristen dann mit der gemütlichen historischen Straßenbahn einen Abstecher an den Strand von Port de Sóller. Nicht nur für Tagesausflügler ist das sogenannte Orangen-Tal ein attraktives Ziel. Im Frühjahr und Herbst kommen viele Gäste zum Wandern.

Das 11.000 Einwohner-Städtchen liegt mitten im Tramuntana-Gebirge. Schmale Gassen, eindrucksvolle Jugendstil-Paläste, schmiedeeiserne Balkone und gepflegte Innenhöfe sind Sóllers Markenzeichen. Ihren Reichtum verdanken die Sóllerics den Orangen. Französische Revolutionsflüchtlinge entdeckten den süßen Exportschlager - und ließen die Zitrusfrüchte in ihr Heimatland verschiffen. Eine tiefe Krise löste 1860 ein Pflanzen-Schädling aus, danach ging es wieder aufwärts - vor allem mit der Entdeckung des Vitamin C. Heute lebt der Garten Mallorcas (horta) vor allem vom Tourismus.

Tal des Goldes

Der Name Sóller leitet sich vom arabischen Wort für Gold „Sulliar“ ab. Damit meinten die einstigen maurischen Herrscher aber nicht das Edelmetall, sondern eine flüssige Substanz - das für den Ort sehr einträgliche Olivenöl. So erhielten die Olivenhaine und herrlichen Gärten um Sóller den Kosenamen „Tal des Goldes“. Später wurden Orangen Sóllers Exportschlager Nummer eins. Französische Kaufleute flohen Ende des 18. Jahrhunderts vor der Revolution nach Mallorca und exportierten die saftigen Sóller-Früchte auf dem Seeweg in ihre Heimat. Dort betrieben Freunde oder Verwandte der Auswanderer die ersten Südfrucht-Läden. Noch bis zum heutigen Tag sind der Anbau von Orangen, Oliven und anderen landwirtschaftlichen Produkten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Sóller. Natürlich kam der Tourismus als weitere entscheidende Einnahmequelle ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinzu. Wer sich für die Geschichte des idyllischen Tramuntana-Städtchens interessiert, besucht das ethnologische Museum Casal de Cultura (1740) in der Calle Sa Mar. Dort werden historische Einrichtungsgegenstände, Kleidungsstücke, Werkzeug, Musikinstrumente und vieles mehr gezeigt.

Sehenswürdigkeiten

Sant Bartomeu
Spannender Stilmix - Sóllers Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert steht auf den Mauern einer Moschee und schmückt sich mit einer Fassade im katalanischen Jugendstil (Modernismo), gestaltet von Gaudí-Schüler Joan Rubió i Bellver.

Museo Casal de Cultura
So wohnen Mallorquiner am liebsten - eine charmante Sammlung von Möbeln, Keramik und Gläsern. Darunter auch ein paar Zeichnungen von inseltypischen Pflanzen (Sóller, Carrer del Mar, 9)

Roter Blitz

Glücklicherweise ist das von trutzigem Gebirge umgebene Städtchen Sóller im Laufe der Zeit immer besser erreichbar geworden. Ende des 19. Jahrhunderts dauerte die Schiffsreise von Sóller bis zur Metropole Palma noch etwa zehn Stunden. Also ließen sich die Sollerics Möbel, Haushaltswaren sowie landwirtschaftliche Geräte aus Frankreich bringen. Die sogenannten „Orangensegler“, wie man die Exportschiffe für Südfrüchte nannte, kamen nie leer zurück in die Bucht von Sóller. 1912 wurde dann endlich ein komfortabler Landweg nach Palma geschaffen - mit der berühmten Eisenbahn „Roter Blitz“, gebaut von der deutschen Firma Siemens. Noch heute erfreut sich der inzwischen nostalgische Zug großer Beliebtheit, besonders bei Touristen. Die Fahrt mit dem sogenannten Orangen-Express darf im Sightseeing-Programm nicht fehlen. Und in den renovierten Innenräumen des Bahnhofs von Sóller sind seit einigen Jahren Werke von Pablo Picasso und Joan Miró ausgestellt, dessen Mutter aus Sòller stammte. Auf einigen in der ehemaligen Bahnhofs-Wartehalle ausgestellten Fotos sind beide Künstler gemeinsam zu sehen. Aufregend war noch bis Ende der 1990er Jahre die Anreise mit dem Auto. Bevor 1995 mit dem Bau des mautpflichtigen Tunnels begonnen wurde, gab es nur die alte Landstraße über den 500 Meter hohen Pass Coll de Sóller ein Abenteuer mit 36 Kurven. Wer es nicht eilig hat, kann die lange holprige Panorama-Strecke noch heute nutzen. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Botanischer Garten

Eine Attraktion neben den vielen Bauerngärten ist der einzige Botanische Garten der Insel, eröffnet im Mai 1992 (www.jardibotanicdesoller.org). Er liegt zusammen mit dem naturwissenschaftlichen Museum (Museo de Ciencias Naturales y Jardín Botánico) am südlichen Ortsrand von Sóller. Aktuell gedeihen hier 942 verschiedene Arten mit insgesamt ca. 5.650 Pflanzen. Allein 128 endemische Balearen-Pflanzen sind darunter, also Pflanzen, die auf den Balearen heimisch sind. Im Herbst kommen gern Pilzsammler mit ihren Funden zum Botanischen Garten in Sóller, um sie von Experten bestimmen zu lassen. Ein kostenloser Service, bei dem man viel lernt und nicht versehentlich einen giftigen Pilz verspeist. Außerdem bietet der Botanische Garten Vorträge und Workshops an.

Jugendstil-Architektur

Die Anziehungskraft von Sóller beschränkt sich allerdings nicht nur auf seine landschaftliche Schönheit. Das Städtchen ist auch ein Eldorado für katalanischen Jugendstil. Sóller gilt nach Palma als zweitwichtigste Stätte des Modernisme auf Mallorca. Viele vermögende Bürger Sóllers engagierten für ihre schmucken Stadthäuser katalanische Architekten. Beispielsweise hat ein Schüler des berühmten Jugendstil-Architekten Antoni Gaudí aus Barcelona 1904 die modernistische Fassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu entworfen (Plaça Constitució ). Sein Name ist Joan Rubió i Bellver , und er gestaltete unter anderem auch die Vorderfront der Banco Central Hispano sowie die Villa Ca'n Prunera (1909–1911). Seit 2009 beherbergt diese wunderschöne Villa das neue Jugendstil-Museum „Museu Ca`n Prunera“ mit einer ständigen Sammlung von Jugendstilkunst spanischer und internationaler Künstler (Carrer de Sa Lluna, 90). Viel Wert wurde auf die Präsenz lokaler Jugendstil-Künstler gelegt. Mehrere Säle stehen für Sonderausstellungen zur Verfügung. In der Kunstbibliothek können die Besucher einige von Joan Miró illustrierte Bücher bestaunen. Die weitläufigen Gärten bieten in den warmen Monaten ein traumhaftes Ambiente für Konzerte und Kulturveranstaltungen.

Shopping

Fet a Sóller - Im Bahnhof von Sóller sind alle Produkte der Marke ausgestellt - zum Beispiel Olivenöl, Wurstwaren, Kräuter, Konfitüre oder Keramik. Die Gewinne kommen ausschließlich der lokalen Behindertenwerkstatt "Estel Nou" zugute. Pastisseria Ses Delicies: Im Schaufenster locken hausgemachte Kegel aus Mandel-Marzipan ("Picos de Mazapán de Almendra") und "Cocos típicos de Sóller". (Sóller, Placa Constitucio, 12)

Sa Fabrica de Gelat - Kühl und cremig - gleich gegenüber der Markthalle gibt's original Sóller-Eis! (Sóller, Avenida Cristóbal Colón, 13)

Restaurants

Sóller hat viele guter Restaurants zu bieten. Oftmals werden regionale Produkte angeboten. Die Gastronomie in Sóller ist regional, meist hochklassigen und sehr abwechslungsreich. Und darauf ist Sóller auch stolz - zu Recht.

El Pirata - Schnuckeliges kleines Restaurant direkt am Hafen - Fischgerichte probieren! (Port de Sóller, Carrer Santa Catalina, 8, Tel.: 971 63 14 97)

Sa Llotja des Peix - In diesem bekannten Fischrestaurant trifft man viele Einheimische. Tipp: Nach den Empfehlungen des Tages fragen! (Port de Sóller, Marina s/n, direkt über der Fischhalle der Genossenschaft, Tel.: 971 63 29 54)

Bens D`Avall
Der Gourmet-Tempel liegt direkt am Meer unter Pinien - unbedingt ein paar Tage vorher reservieren! (Urbanización Bens D`Avall, zwischen Sóller und Deià , Tel.+Fax: 971 63 23 81; Dez.-März geschlossen)

Fincas, Hotels & Unterkünfte

Hotel Ca`s Puers - Das exklusive Hotel-Restaurant im alten Stadtkern Sóllers bietet einen herrlichen Ausblick auf das Tramuntana-Gebirge. (Sóller, Carrer Isabel II 39,Tel.: 971 63 80 04, Fax: 971 63 04 29)

Finca Ca N`ai - In der alten Finca am Rand von Sóller verbirgt sich ein stilvolles Landhotel. Das Schlemmerfrühstück kann man übrigens auch noch mittags auf der schattigen Terrasse genießen. (Sóller, Camí Son Sales, 50, Tel.: 971 63 24 94, Fax: 971 63 18 99 5. Nov.-1.Febr. Ferien)

Finca Can Coll - Besitzerin Emma Rodríguez legt Wert auf die persönliche Note. Das individuell eingerichtete Landhotel ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und dabei nah am Meer. Den Pool umgibt ein kleiner Orangenhain. (Sóller, Camí de Can Coll, 1, Tel.: 971 63 32 44, Fax: 971 63 19 05)

Ca`s Xorc - Früher Ölmühle, jetzt Luxusherberge - hoch über der Bucht von Sóller hat man Ruhe und Natur pur. (Ctra. Sóller-Deià, km 56,1, Tel.: 971 63 82 80, Fax: 971 63 29 49)

Hostal Es Port - Gut und günstig - die ursprüngliche Finca aus dem 17. Jahrhundert bietet einfache, aber saubere Zimmer. (Port de Sóller, Carrer Antonio Montis s/n, Tel.: 971 63 16 50, Fax: 971 63 16 62)

Los Geranios - Zu der sympathischen Familienpension gehört ein kleines Restaurant an der Strandpromenade. (Port de Sóller, gleich am Hafen, Tel.: 971 63 14 40, Fax: 971 63 16 51)

Feste & Fiestas

Mallorca hat das ganze Jahr viele Fiestas zu bieten. Einige der Höhepunkte finden in Soller statt. Zumindest einmal im Leben sollte man die historische Schlacht der Cristians i Moros gesehen haben.

2. Montag im Mai: 1551 schlugen Sóllers tapfere Bauern eine Piraten-Bande in die Flucht. Die Schlacht wird jedes Jahr in historischen Kostümen nachgestellt (Cristians i Moros). Den Sieg feiern die Sóllerics eine ganze Woche lang.

2. Julihälfte: Bunt und temperamentvoll geht es beim Internationalen Folklorefestival "Sa Mostra" zu.

23./24. August: Sóllers Schutzpatron Sant Bartomeu wird mit dem großen Feuerfest geehrt.


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