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Binissalem

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Foto: Traubenschlacht in Binissalem - Martina Zender

Weinstadt Binissalem

Von Mitte bis Ende September läuft Mallorcas bekanntestes Wein-Städtchen Binissalem jedes Jahr zur Hochform auf. Anlässlich ihres Weinfestes laden die „Binissalamers“, so heißen die Ortseinwohner, zu zahlreichen ungewöhnlichen Spektakeln. Beispielsweise zur traditionellen Traubenschlacht Schlammcatchen ist nichts dagegen. Oder zum Traubentreten, Nudelessen, Dinner unter freiem Himmel und vielem mehr. Dazu fließt natürlich immer jede Menge junger Wein.

„Festa des Vermar“ heißt das bunte Treiben rund um die Weinlese. Dazu gibt`s ein zweiwöchiges Festprogramm die Termine werden auf der offiziellen Website der Gemeindeverwaltung unter www.ajbinissalem.net bekanntgegeben. Achtung: Zum Nudelessen „Fideus des Vermar“ muss man sich rechtzeitig im Vorfeld anmelden!

Straußenwirtschaft auf Mallorquín

Dass gerade Weinlese in Binissalem ist, können Insider im Spätsommer und Herbst schnell erkennen: Statt Besen wie hierzulande zieren Aleppokiefernzweige die Eingänge der Weinkeller (Cellers), wenn junger Wein ausgeschenkt wird. Je grüner der Zweig desto jünger der Wein, je trockener desto älter. Das schmucke Städtchen liegt im wichtigsten Weinbaugebiet der Insel.

Weingut Ferrer

Schon am Ortseingang von Binissalem weisen Schilder den Weg zu einer der führenden Kellereien Insel José Luis Ferrer, gegründet 1931 vom Onkel der heutigen Besitzer José Luis und Sebastià Ferrer (www.vinosferrer.com). Mindestens seit dem 14. Jahrhundert werden hier respektable Mengen Wein gekeltert, wie historische Aufzeichnungen belegen. Um 1900 erreichte dann leider die Reblaus nach Frankreich auch Mallorca. Der Schädling stoppte jäh den Aufschwung des Weingeschäftes. Zwischenzeitlich wurde nur noch die resistente, doch minder qualitative Amerikanerrebe angebaut.

Denominación de Origen

Erst seit den 1980er Jahren steht der Qualitätsgedanke wieder im Vordergrund, und die Amerikanerrebe ist so gut wie verschwunden. Etwa 1200 Hektar misst die Anbaufläche der Gemeinde. Nur noch hochwertige Trauben werden heutzutage hier angebaut. Weine aus der Region um Binissalem dürfen sogar das Qualitätssiegel D.O. „Denominación de Origen“ tragen (Infos auf der Website des Wein-Regulierungsrats des Gemeinde www.binissalemdo.com). Die Weingärten mit über Kalk liegendem Lehmboden befinden sich in 250 bis 300 Metern Seehöhe. Die wichtigsten Rebsorten sind Manto Negro (autochthon, rote Traube), Tempranillo, Tinto Fino und Cencibel.

Denkmal für Winzer und Steinmetze

Hervorgegangen ist Binissalem aus einem arabischen Gutshof („Banu Salam“ = Söhne des Friedens oder „Banu Selim“ = Söhne des Selim). Mindestens seit dem 14. Jahrhundert werden hier gute Weine gekeltert. Vor der Kirche „Nostra Senyora de Rubines“ steht ein Denkmal zu Ehren der Winzer und Steinmetze, die dem schmucken Örtchen zu Wohlstand verholfen haben (Fundament der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, Umbau im 16. Und 18. Jahrhundert, 1908 wurde sie mit dem Glockenturm im neugotischen Stil vollendet, nur zu Messezeiten offen).

Binissalem-Sandstein

Die Steinmetze bearbeiten den schönen hellen Sandstein aus Binissalem (Pedra de Binissalem) verbaut beispielsweise in den sehenswerten Herrschaftshäusern „Palau Can Gelabert“ (Geburtshaus des Schriftstellers Llorenc Moyà, wird heute von der Stadtverwaltung genutzt, kann besichtigt werden), „Can Sabater“ (im 15. Jahrhundert erbaut, beherbergt heute das Schriftsteller-Museum „Casa Museu Llorenc Villalonga“ mehr Infos auf der Website www.cmvillalonga.org), „Can Capità Bissó“ (prachtvolles Tor) und „Can Tiró de ses Bolles“ (manieristische Fassade, italienischer Stil des 17. und 18. Jahrhunderts).


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