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Mallorcas Südosten - die tief eingeschnittene Hafenbucht von Portocolom
>> Dossier: Mallorcas Südosten
Baden
in blauen Buchten
Von Sabrina Gundert
Unzählige naturbelassene Calas, romantische Rad- und Wanderwege zwischen
Mandel- und Aprikosenplantagen, gemütliche Städtchen und Fischerdörfer,
exzellente Restaurants: Mallorcas Südosten ist ein Mekka für
Sonnenanbeter, Wassersportler, Müßiggänger, Golfer und
Gourmets! Hier unsere Top Ten...
1) In Mallorcas
Fjorden die Zeit vergessen
Feinster weißer Sand, felsenumrahmte Strände, pinienbewachsene
Dünen... Einige Duzend geschützte fjordähnliche Buchten
hat Mallorcas Südostküste zu bieten. Da kann man sich kaum für
seine Favoriten entscheiden. Erstklassig gepflegt ist zum Beispiel die
Cala Gran in der Nähe des Ortszentrums von Cala d`Or - hier wird
sogar einmal in der Woche maschinell gesiebt. Als wildromantische Naturschönheit
gilt die Doppelbucht Cala Mondragó mit schroffen Felsen und altem
Baumbestand. Den hinteren Teil der Bucht erreicht man über einen
kleinen Pfad. Dank des flachen Einstiegs ins Meer können hier auch
kleinere Kinder sicher baden. Tipp: Früh morgens oder abends ab sechs
hat man sogar in der Hochsaison die Calas (fast) für sich allein
- wie wärs mit einem Picknick im Sonnenuntergang?
2) Auf Berge biken
Schwierige Steigungen, flache Feldwege, asphaltierte Pisten: In der Heimatregion
der Radlegende Guillem Timoner findet jeder Radfahrer seine persönliche
Traum-Route. Besonders schweißtreibend ist der Aufstieg auf den
Berg "Sant Salvador". Wer diese Herausforderung annimmt, kann
mit weltweitem Ruhm belohnt werden. Das beweist zumindest Timoner, der
zwischen 1955 und 1965 sechsmal den Weltmeistertitel im Steherfahren holte.
Heute betreibt der Felanitxer ein Fahrradgeschäft in seiner Heimatstadt.
Natürlich kommen auch Wanderer im Südosten ganz auf ihre Kosten
- zum Beispiel im Naturschutzgebiet "Parc Natural Mondragó".
Tipp: In der Gegend um S`Horta kann man die Mandelblüte besonders
intensiv erleben! Das rosafarbene Naturschauspiel dauert von Ende Dezember
bis Mitte Februar.
3) Mit Meerblick
golfen
Die ersten neun Löcher liegen am Hang zwischen Pinienhainen und bieten
spektakuläre Meerblicke, die zweiten neun Löcher verstecken
sich raffiniert zwischen Johannisbrot-, Mandel- und Olivenbäumen:
Vall d`Or Golf steht für enge Fairways, raffinierte Dog legs und
schnelle Grüns. Besonders reizvoll ist Loch 3: Der Abschlag wurde
mit alten Eisenbahnschwellen und Steinen dekoriert. Von hier aus genießt
man über den Kiefernwald hinweg einen Fünf-Sterne-Blick auf
den gesamten Küstenstreifen zwischen Cala d`Or und Portopetro. Adresse:
Ctra. Porto Colom-Cala d'Or, km. 7,7, 07669 S' Horta, Tel: 971-837001,
Fax: 971-837299, E-Mail: valldorgolf@valldorgolf.com.
4) Dem Himmel entgegen
kommen
Sportliche bezwingen die steilen von Kiefern umsäumten Serpentinen
des 509 Meter hohen Berges "Puig de Sant Salvador" per Rad oder
pedes, Gemütliche fahren mit dem Auto hoch (10 Minuten vom Ortszentrum
Felanitx). Auf dem Gipfel thront seit 1348 die Klosterfestung "Sant
Salvador", 1934 ist ein riesiges Christus-Monument hinzugekommen.
1957 wurde auf der gegenüberliegenden Bergspitze des Doppelgipfels
ein überdimensionales Steinkreuz errichtet. Am besten Fernglas mitbrigen,
der 360 Grad-Panorama-Blick über den Osten der Insel ist aber auch
mit bloßem Auge paradiesisch! Hungrige Pilger sollten im Klosterrestaurant
unbedingt die fischlose Paella bestellen - zubereitet nach einem alten
Hausrezept der Mönche. Einheimische grillen gern mit Kind und Kegel
auf dem Klosterberg. Tipp: Wer von grandiosen Panorama-Blicken gar nicht
genug bekommen kann, macht auch noch einen Abstecher zur mittelalterlichen
Burg "Castell de Santueri" - sie liegt auf dem Berg gleich nebenan.
Von der Aussichtsplattform in 400 Metern Höhe kann man über
die Ebene bis nach Portocolom schauen.
5) Schaurige Piratengeschichten
erleben
Zugegeben, hier ist etwas Fantasie gefragt: Wer beim Anblick der trutzigen
Gebäude von Santanyí seine Gedanken ein wenig schweifen lässt,
kann sich die unruhige Zeit der Piratenüberfälle vom 14. bis
hinein ins 17. Jahrhundert lebhaft vorstellen. Insbesondere die Ruine
der ehemaligen Stadtbefestigung Porta Murada zeugt von der einstigen Bedrohung
durch die ungebetenen Besucher vom Meer. Schön ist der hellgoldfarbene
Santanyí-Marès Sandstein, der in Unmengen aus den nahen
Steinbrüchen zum Bau der Verteidigungsanlagen herbeigeschafft wurde.
An der Küste erinnern zahlreiche Wachtürme an die gefährlichen
Moros von der Nachbarinsel Cabrera. Den Hafenort Cala Figuera bewacht
seit 1569 der Wehrturm "Torre d`en Bèu". Heute genießen
Touristen die herrlichen Panoramablicke von den einstigen Wachtürmen
- zum Beispiel in der Cala Santanyí, in Portopetro und bei Cala
d`Or.
6) Feilschen in
Felanitx Wer Sonntage bis dato zum Gähnen langweilig fand, ändert
seine Meinung rasch in Felanitx. Während am Tag des Herrn andernorts
alles wie ausgestorben scheint, erwachen die Felanitxer erst jetzt so
richtig zum Leben. Auf dem berühmten Sonntagsmarkt herrscht dichtes
Gedränge - endlich kann man glauben, dass die Gemeinde rund 15.000
Einwohner zählt. In den kleinen verwinkelten Gassen wird gefeilscht,
was das Zeug hält. Schnäppchenjäger sollten sich auch die
Markthalle und die offenen Geschäfte nicht entgehen lassen, denn
das ganze Jahr über locken attraktive Rabatte. Gourmets kaufen einen
Vorrat von frischen Datteln und hervorragenden Weinen aus der Region -
neun von zehn Flaschen des mallorquinischen Weißweins kommen aus
Felanitx. Tipp: Nach dem Marktbesuch unbedingt im netten "Café
d`es Mercat" zu Mittag essen (C/. Major, 26, Tel.: 971-58 00 08).
7) Flanieren durch
Klein-Ibiza
Was der berühmte Architekt Cezar Manrique für Lanzarote, ist
Josep Costa Ferrer für Cala d`Or: Vor rund 70 Jahren gestaltete der
Ibizenker die erste touristische Siedlung Mallorcas im typisch kubischen
Stil seiner Heimat-Insel - schnuckelige kalkweiß getünchte
Bungalows mit Schornstein und abgerundeten Kanten. Mittendrin eine weiße
Dorfkirche im Stil der spanischen Kolonial-Kapellen. Der Name Cala d`Or,
auf Deutsch Goldene Bucht, ist ein Sammelbegriff für die acht idyllischen
Buchten zwischen Cala Egos im Süden und Cala Serena im Norden. Das
Ortszentrum hat schmale und verwinkelte Gassen, gepflegte Straßencafés
und exklusive Designer-Boutiquen zu bieten. Ab Ostern bis Oktober ist
die Atmosphäre lebhaft, aber unaufdringlich und sehr international-ausgewogen.
Im Winter kann man hier absolute Ruhe genießen. Kulturelles Highlight:
das Jazzfestival jedes Jahr Anfang Juni.
8) Nachtschwärmen
in Ca`s Concos
Am Wochenende ist im kleinen Dörfchen Ca`s Concos zwischen Felanitx
und Santanyí Party-Time. Hier treffen sich die Insider, um in angesagten
Clubs und Szene-Bars bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Jede
Menge nette Leute, gute Cocktails und angesagten Sound hat zum Beispiel
das "Abraxas" (Di-So 19 - 6 Uhr) zu bieten - ab Mitternacht
geht die Fete so richtig los. Auch tagsüber eine Adresse, die man
kennen sollte: das vom Journalisten Rainer Fichel geführte Restaurant
"Viena" (C/. Metge Obrador, 12-13; Tel.: 971-842290) - ein legerer
Szene-Treff im Bistro-Stil mit exzellenter Küche und zeitgenössischer
Kunst.
9) Fantasievoll
schlemmen
Lust auf fangfrischen Fisch in maritimer Yacht-Atmosphäre? Dann schnell
im "El Yate" einen Tisch reservieren (Complejo Port Cari, Cala
d`Or, Tel.: 971-65 80 71). Für kreativ-mediterrane Gourmet-Küche
gepaart mit einmaligem Hafenblick ist das "Colón" des
Österreichers Dieter Sögner bekannt (C/. Cristobal Colón,
7, Portocolom, Tel.: 971-82 47 83, Jan.-15. Febr. geschlossen). In der
umgebauten Scheune "Sa Farinera de S`Horta" werden original
mallorquinische Gaumenkitzel serviert (Sisena Volta, 78, S`Horta, Tel.:
971-83 72 28, Dez. und Jan. geschlossen). Gutes Essen in urgemütlicher
Atmosphäre gibts im Finca-Restaurant "El Campesino" (Ctra.
S'Horta- Portocolom, Tel. 971 83 74 27). Für schlichtweg leckere
Gerichte ohne viel Schnickschnack steht das Trucker-Restaurant "Moli
d`en Sopa" (an der Straße von Manacor nach Portocristo). Hier
kann man am Buffet für rund 5 Euro so richtig zuschlagen - offeriert
werden Vorspeise, Hauptgericht und Berge von Nachtisch. Tafelwein und
Wasser sind inklusive!
10) Abtauchen und
auftanken Die schmale Bucht Sa Nau/ Arsenau in der Nähe von S`Horta ist
ein beliebtes Ausflugsziel für Taucher - aber auch Sonnenanbeter
schätzen den feinsandigen Naturstrand. Zwei deutschsprachige Tauchschulen
gibt es in Cala Gran und Cala Serena - beide Buchten gehören zu Cala
d`Or. Schnuppertauchkurse werden schon ab rund 35-40 Euro anbeboten!