Foto:
Karibik-Feeling pur - erhältlich z.B. an Mallorcas Naturstrand Es
Trenc
>> Dossier: Mallorcas Süden
Karibik-Feeling
in Mallorcas Süden
Von Sabrina Gundert
Türkisblaues Wasser, feinster weißer Sand, Palmen und Sonne
satt - nicht umsonst heißt Mallorcas Süden "Migjorn",
das mallorquinische Wort für Mittag. Nur
gut zwei Flugstunden trennen Sie von diesem Paradies! Hier
unsere Top Ten...
1) An exotischen
Stränden relaxen
Mallorcas größter nahezu unberührter Sandstrand "Es
Trenc" gilt als die Karibik von nebenan. Acht Kilometer Bilderbuch-Playa
erstrecken sich von Sa Ràpita bis Colònia de Sant Jordi
(Anfahrt am besten von Campos aus, Großparkplätze in Ses Covetes
am Nordende des Strandes und bei den Salines de Llevant). Die Dünenlandschaft
steht unter Naturschutz, in der Bucht gedeihen Aleppokiefern, Wacholder
und Rosmarin. Eine gute Infrastruktur finden Sie im Abschnitt um Colònia
de Sant Jordi (Sonnenschirme, Liegestuhl-Verleih, Duschen, Toiletten und
Strandrestaurants). Im mittleren Abschnitt liegt der inoffizielle FKK-Bereich.
2) Auf Salz-Safari
gehen
Rund 10.000 Tonnen Salz werden pro Jahr in den "Salines de Llevant"
zwischen Campos und Colònia de Sant Jordi gewonnen. Mit dem Auto
können Sie bequem auf einem kleinen Pfad durch das 130 Hektar große
Privatgebiet mit seinen Salzseen und glitzernden weißen Salzbergen
fahren. Vogelfreunde sollten Mallorcas letzte Meeressaline mit Fernglas
ausgerüstet erwandern, da sich hier viele seltene Arten präsentieren.
Die Methode der Salzgewinnung ist einfach und raffiniert zugleich: Im
April wird das Meerwasser auf die Salzfelder gepumpt, während des
heißen Sommers verdunstet der Wasseranteil. Zurück bleibt fast
reines Meersalz. Erntezeit ist im September - und zwar schon seit gut
2000 Jahren. Erst 1850 begann mit der Gründung der Firma "Salines
de Llevant" die industrielle Salzgewinnung. Im Salz-Shop gibt`s Mallorcas
"weißes Gold" in Kilo-Tüten für ein paar Cent
zu kaufen (Ctra. Campos-Colònia de Sant Jordi, km 10, Camino Playa
d`Es Trenc, Mo - Fr 7 - 15 Uhr). Unbedingt probieren: das neue Gourmet-Salz
"Flor de Sal" in unterschiedlichen Geschmacksvarianten (erhältlich
in Mallorcas Feinkostläden oder auf den Wochenmärkten in Andratx
und Santanyí). Seit 2003 ernten die "Flor de Sal"-Jungunternehmerinnen
Katja Wöhr und Sabine Kersten die kostbare, süßlich schmeckende
oberste Lage auf den Salzwasserbecken - sie enthält die 16-fache
Magnesium- und doppelte Kalziummenge.
3) Eine prähistorische
Landpartie unternehmen
Familie Feuerstein lässt grüßen: Das Dorf "Capocorb
Vell" in der Nähe von Cala Pi ist eine der bedeutensten bronzezeitlichen
Megalithsiedlungen des westlichen Mittelmeeres. Errichtet wurden die Talaiot-Häuser
vermutlich im 14. Jh. v. Chr. von Einwanderern aus dem östlichen
Mittelmeer, die auf der Insel Ackerbau und Viehzucht betrieben. Der Begriff
"Talaiot" bezeichnet einen trutzigen Bau aus riesigen Natursteinen,
die im Trockenmauerwerk aufeinander geschichtet wurden. Die meisten Talaiots
waren zwei- bis dreistöckig und pyramiden- oder kegelförmig.
Mallorcas Urbevölkerung lebte seinerzeit übrigens noch in Höhlen.
Da die schönen großen Talaiot-Steine im Laufe der Jahrhunderte
zum Bau von neuen Gebäuden abtransportiert wurden, sind in "Capocorb
Vell" nur noch drei runde und zwei quadratische Bronzezeit-Häuser
übrig geblieben - umgeben von kleineren Anbauten und Grundriss-Ruinen.
4) Durch die Savanne
spazieren
Die Wüste lebt - auf Mallorca! Im 50.000 Quadratmeter großen
Kakteengarten des botanischen Gartens "Botanicactus" bei Ses
Salines gedeihen über 400 Arten aus der ganzen Welt. Darunter Prachtexemplare
wie die 300 Jahre alte "Carnegiea gigantea", heimisch in Arizona.
Mit einer Ausdehnung von insgesamt 150.000 Quadratmetern ist die 1988
eröffnete Anlage einer der größten botanischen Gärten
Europas. Vielleicht verfügt sie obendrein sogar über den größten
schiffbaren künstlichen See der Welt. Biotope mit endemischen Pflanzen
wechseln sich mit tropischen und ariden Landschaften ab. Auch die Architektur
des Gartens ist eine Schau: Von schattigen Laubengängen über
künstliche Hügel bis hin zu originellen Wasserspielen wird dem
Besucher alles geboten, was ein grünes Paradies ausmacht - darunter
Highlights wie ein originalgetreues arabisches Wasserschöpfrad und
eine mallorquinische Windmühle mit dazugehörigem Wasserbecken,
das als Fischteich genutzt wird.
5) Knuspertaschen
kosten
Inselweit bekannt ist die Bäckerei "Ca`n Pomar" an der
Hauptstraße von Campos für ihre vorzüglichen "empanadas"
( mit Fisch, Fleisch oder Marmelade gefüllte Teigtaschen). Kein Wunder,
dass sich die Qualität auf ganz Mallorca herumgesprochen hat: Schließlich
wird bei "Ca`n Pomar" schon seit über hundert Jahren gebacken,
was das Zeug hält. Tipp: Wenn Sie schon mal in Campos sind, achten
Sie auf die sehr fantasievollen Kamine - gestaltet von lokalen Handwerkern.
Außerdem sehenswert: die prächtige Kassettendecke und das Gemälde
"El Santo Cristo de la Paciencia" von Bartolomé Esteban
Murillo in der Kirche Sant Julià (C/. Major; den Schlüssel
erhalten Sie beim Pfarrer in der gegenüberliegenden Casa de la Rectoria).
6) Würzigen
Käse probieren Qualität im Quadrat: "Piris" heißt die mallorquinische
Variante des berühmten viereckigen Mahón-Käses von der
Nachbarinsel Menorca. Auf den Bauernhöfen um die Agrarhochburg Campos
geben die Nachfahren friesischer Kühe, "frisons" genannt,
Milch für den auf ganz Mallorca erhältlichen Käse. Zwar
schmeckt der "Piris" nicht ganz so pikant wie der "Mahón",
doch verströmt auch er das beliebte Aroma von sonnengereiften Kräutern
und Meersalz. In Campos Käserei "Formatges Piris" werden
jährlich rund sechs Millionen Liter Milch verarbeitet. Sagenhafte
30 Liter Milch stecken allein in einem Drei-Kilo-Käselaib. Neben
dem Frischkäse produziert der rund 60 Jahre alte Familienbetrieb
noch drei weitere Sorten. Der "semicurado" schmeckt mild und
cremig - er lagert nur vier bis fünf Wochen. Mindestens drei Monate
reifen muss der "curado", damit er seine kräftigen und
festen Ränder erhält. Ein knappes halbes Jahr braucht der "reserva",
um seinen typischen Geschmack zu entwickeln.
7) In die Ferne
schweifen
Eine atemberaubende Sicht bis zur 14 km entfernten Nachbarinsel Cabrera
können Sie vom Felsvorsprung Cap Blanc an der Südküste
genießen, der 80 Meter über dem Meer thront. Da Cap Blanc militärisches
Sperrgebiet ist, findet man in der Nähe des Leuchtturms leicht eine
Parkmöglichkeit. Vom Straßenrand (z.B. bei km 17) sind es nur
wenige Schritte bis zur Klippe. Highlight für Botanik-Fans: In dieser
Gegend wächst eine schlanke Variante der Aleppokiefer, die nur auf
den Balearen vorkommt (Pinus halepensis ceniliae).
8) Zum Naturparadies
Cabrera schippern
Jeden Morgen gegen halb zehn starten Fährboote vom idyllischen kleinen
Hafen Colònia de Sant Jordi zur Nachbarinsel Cabrera (Frühjahr
bis Herbst; im Winter nur mit privaten Booten erreichbar). Die Fahrt dauert
eine gute Stunde. Zurück geht es meist nachmittags gegen vier. Bis
dahin haben Sie Zeit, die paradiesische Flora und Fauna kennenzulernen.
1991 wurde Cabrera mit seinen 18 Trabanten-Inselchen zum insgesamt 10.000
Hektar großen Nationalpark erklärt - der erste Spaniens, der
neben Land- auch Meeresfläche umfasst. Schnorchler entdecken hier
kleine Kraken, Meros, Moränen und viele andere interessante Unterwasser-Bewohner.
An Land kreuzen dunkle Eidechsen der endemischen Art "Pordarcis lilfordi"
den Weg. Der Bootsausflug kostet für Erwachsene rund 28 Euro pro
Person plus Bord-Verpflegung für rund sechs Euro. Wer mit dem eigenen
Boot die Insel besuchen möchte, benötigt eine Genehmigung der
Parkverwaltung (Tel.: 971-72 50 10, www.reservasmarinas.com).
9) Den Spuren der
Piraten folgen Der Wachturm von Cala Pi wurde im Jahr 1662 errichtet, um nahende
Piraten zu erspähen. Früher gab es insgesamt über 80 "talaies"
(Wachtürme) entlang der mallorquinischen Küstenlinie. Bis Ende
des 19. Jahrhunderts bildeten sie eine Warnkette mit Rauch- und Feuerzeichen.
Danach wurden die steinernen Denkmäler versteigert, viele wurden
auch als Steinbrüche genutzt. Die übrig gebliebenen "talaies"
dienen heute als Aussichtspunkte für Touristen. Der trutzige runde
Turm von Cala Pi ist gut restauriert. Er kann jedoch nur von außen
besichtigt werden.
10) Das ganze Jahr
über Sonne tanken
Die südliche Region Mallorcas nennt sich "Migjorn", das
ist das mallorquinische Wort für Mittag. Zurecht, denn in Mallorcas
wärmster Ecke (17 Grad im Jahresdurchschnitt) herrscht eigentlich
immer Siesta-Laune. An keinem anderen Ort der Insel regnet es so selten
und so wenig (nur 300 bis 500 mm Niederschlagsmenge im Jahresdurchschnitt).