Palma de Mallorca

Wer mit dem Schiff anreist, sieht schon von weitem, wie sich majestätisch
Palmas Wahrzeichen, die Kathedrale" La Seu", über dem Meer
erhebt. Daneben gleich der Königspalast "Palau de l`Almudaina".
Die Nachmittagssonne verleiht den Sandsteingebäuden einen goldenen
Glanz. Mallorcas Metropole bezaubert mit pittoresker Hafen-Atmosphäre,
märchenhafter Architektur, noblen Designer-Läden, lebhafter Kultur-Szene
und angesagten Clubs für Nachtschwärmer. Kein Wunder, dass Palma
de Mallorca als touristische Hauptstadt des Mittelmeers gehandelt wird.
Die Mallorquiner sprechen schlicht und ergreifend von "La Ciutat",
die Stadt.
Zahlreiche Kulturen haben in der Balearen-Hauptstadt mit ihren knapp 400.000 Einwohnern ein reiches Erbe hinterlassen. Gegründet wurde Palma 122 v. Chr. von den Römern. Sie entwarfen den Grundriss inklusive Stadtmauer. Über ein halbes Jahrtausend währte ihre Herrschaft, bis im 5. Jahrhundert die Vandalen einfielen und die römische Stadtanlage teils zerstörten. 902 ließen sich die Araber auf Mallorca nieder. Sie legten den Hafen und die labyrinthartige Altstadt mit ihren geheimnisvollen mittelalterlichen Gassen an. Auch das raffinierte Wasserversorgungssystem trägt ihre Handschrift. Architektonische Zeugnisse aus der Blütezeit der Mauren gibt es leider nur noch wenige. Die bekanntesten sind die Arabischen Bäder (Banys Arabs) und der Almudaina-Palast - heute offizieller Amtssitz des spanischen Königspaares Juan Carlos und Sofía (C/. Palau Reial, Besichtigung von Teilen möglich).
Im Herbst 1229 eroberte der aragonesische König Jaume I Mallorca.
Um seine Herrschaft auch symbolisch zu manifestieren, legte er noch an Silvester
des selben Jahres den Grundstein für Palmas gotische Kathedrale "La
Seu". Sie gilt als eines der fünf schönsten Gotteshäuser
Spaniens - erbaut auf den Fundamenten der einstigen Moschee. Bedauerlicherweise
trug Jaume I nicht nur zur Schönheit Palmas bei: Viele maurische Bauwerke
ließ er einfach abreißen oder in christliche umwandeln. Die
prächtigen Palais mit ihren herrlich bepflanzten Innenhöfen (Patios)
sind vor allem reichen katalanischen Kaufleuten zu verdanken. Ebenso die
fantasievollen Jugendstil-Häuser - nicht selten waren hier Schüler
des berühmten Baumeisters Gaudí aus Barcelona am Werk.
Mit Beginn des Massentourismus in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
erlebte Palma eine regelrechte Bevölkerungsexplosion. Glücklicherweise
blieb die Altstadt davon weitgehend unberührt. Neue Viertel entstanden
drumherum und setzten den sternförmigen Grundriss fort. In den schattigen
engen Gässchen des historischen Kerns kommt es einem immer noch so
vor, als sei die Zeit stehen geblieben - obwohl nur wenige Straßen
weiter das Großstadt-Leben pulsiert.
Gegenwart und Vergangenheit, Touristen aus aller Welt und traditionsbewusste
Insulaner auf engstem Raum vereint: Gerade das macht den Reiz der heimlichen
Hauptstadt des Mittelmeers aus. Sogar im Namen spiegelt sich der "Multi-Kulti"-Charakter
der Balearen-Metropole wider: Palma de Mallorca heißt sie erst seit
Beginn des 20. Jahrhunderts. Darin steckt noch der römische Name "Palmeria",
die Siegespalme. Der alte Name "La Ciutat", den die Bevölkerung
immer noch verwendet, geht nur auf den ersten Blick auf den Eroberer Jaume
I von Aragonien zurück: Der christliche König übersetzte
lediglich den arabischen Namen "Medina Mayurka", Stadt Mallorcas.
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