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Die Fremdenversteher

Ob als launige Strandlektüre oder augenzwinkernde Vorbereitung auf den nächsten Urlaub, die „Fremdenversteher“ des Reise Know How Verlages gehören ab jetzt ins Gepäck.

Auf nicht ganz ernst gemeinte und pointierte Art und Weise geben Sie auf knapp 100 Seiten immer andere Autoren einen recht treffenden Vorgeschmack auf die Eigenarten, Verhaltensmuster und Traditionen der Einheimischen. Sowohl für „die“ Deutschen als auch „die“ Spanier können wir sagen, dass die typischen Eigenarten treffend formuliert werden. Selbstverständlich kann es immer nur um den kleinsten gemeinsamen Nenner gehen kann. Denn neben regionalen Unterschieden in den einzelnen Ländern existieren natürlich auch individuelle Unterschiede innerhalb der Bevölkerung.

Interessanterweise wurde das Buch über die Deutschen von deutschen Autoren, aber aus der Sicht eines Briten geschrieben.

Schon auf den Deckblättern der Bücher werden landestypische Elemente abgebildet, die man im Ausland mit dem jeweiligen Land in Verbindung bringt. So werden für die Deutschen unter anderem Bier, Gartenzwerg, Brezel, Kuckucksuhr, Strandkorb und Biolatsche verwendet. Die Spanier dürfen sich beispielsweise über Paella, Flamenco, Sangria, Olivenbaum und Esel definieren. Und die Schweizer werden mit Edelweiß, Fondue, Schokolade, Käse und der Uhr in Verbindung gebracht. Jedes Buch wirft die gleiche Warnung auf der Rückseite aus „Die Spanier (Deutschen, Schweizer) sind manchmal ein wenig merkwürdig“.

Viele grundlegende Lebenseinstellungen sind auf den Punkt getroffen. So sei für den Spanier lautes Reden, viel Reden, Toleranz und Familienverbundenheit typisch. Der Spanier lache in der Regel immer - es müsse nicht einmal ein Witz erzählt worden. Die Freude der Kommunikation sei groß und essentiell für den spanischen Alltag. Daneben werden aber auch Eigenarten formuliert, über die man noch staunen kann. Etwa, dass der Spanier eine etwas legere Definition von Fleisch habe. Hackfleisch oder Schinken würden niemals als Fleisch deklariert. Und so verwundert die Aussage im Buch nicht „Vegetarier, die einen schlichten Salat bestellen, müssen damit leben, dass er höchstwahrscheinlich mit Anchovis, Garnelen, jamon-sérrano-Schnipseln verziert wird.“.

Die Deutschen würden als emsige, hygienische, besserwisserische, effiziente Quadratschädel im Ausland teils bewundert, teils argwöhnig gesehen werden. Für sie gälte, dass ein Witz zuvor angekündigt würde. Ob dann darüber gelacht würde, sei wieder eine ganz andere Sache. In Sachen Umweltfreundlichkeit kann der Deutsche punkten. Und es wird ihm auch immer noch ein hohes Maß an Perfektion zugestanden. Hier haben wir uns allerdings schmunzelnd gefragt, ob das Buch vor Desastern wie Elb-Philharmonie, Flughafen BER oder Stuttgart 21 geschrieben wurde. Ansonsten sei des Deutschen wertvollstes Gut sein Auto. Und seine Medizin. Denn alles könne mit Medizin behandeln werden. Außerdem würde in Deutschland gerne diskutiert, am liebsten allerdings darüber, wie stressig solche Diskussionen seien.

Das Buch über die Schweizer haben wir noch nicht gelesen - aber der Klappentext lässt vermuten, dass es ähnlich spannend in dem Buch hergehen wird: „Es gibt kein mathematisches Modell, das eine plausible Erklärung liefert, warum Hummeln fliegen können. Und nach allen Gesetzen der Ökonomie dürfte es auch nicht sein, dass es den Schweizern so unfassbar gut geht."

Bisher sind 15 Bücher in der Reihe erschienen. Sie kosten je 8,90€ und können unter anderem bei amazon bestellt werden.


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