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Mallorca Restaurants

Schlemmer-Herbst

Von Jasmin Feustel

Raus aufs Land, heißt es im Herbst auf Mallorca. Der Oktober bietet noch jede Menge wärmende Sonnenstrahlen. Und die reiche Ernte wird eingefahren. Beste Voraussetzungen für Finca-Urlauber zum Baden, Relaxen und Schlemmen. Saisonale Küche mit frischen Zutaten wissen besonders die Individualtouristen zu schätzen. Mallorca-today hat mit zehn Restaurants aus allen Teilen der Insel gesprochen und verrät Ihnen unter anderem, welche Zutaten in dieser Saison im Kochtopf landen und welche Köstlichkeiten die Küchenchefs daraus zaubern.


Dank der langen warmen Sommer auf der Insel gibt es im Herbst ein reichhaltiges Angebot an frischem saisonalen Gemüse und Obst, auf das die Restaurants zurückgreifen können. Wer hört, welche Zutaten die Gastronomen für ihre Herbst-Kreationen verwenden, ist womöglich erst einmal überrascht, könnte man sie doch genauso gut in der bodenständigen deutschen Küche finden. „In dieser Jahreszeit verwenden wir gerne Kohlsorten wie Wirsing, Weißkraut und Rotkohl sowie Bohnen und natürlich Pilze“, erfahren wir aus der Küche des Restaurants Colón in Portocolom. Auch in den anderen Restaurants dürfen Pilze im Herbst auf den Speisekarten nicht fehlen, schließlich hat Mallorca rund 1500 verschiedene Pilz-Arten zu bieten. Neben dem Blutreizker und dem Pfifferling erfreut sich vor allem eine Sorte großer Beliebtheit in den Küchen der Insel: „Wir haben sehr viele verschiedene Pilzarten auf Mallorca, aber der beliebteste Pilz ist eindeutig der Picornell, weil er so schön saftig ist“, klären uns die Profi-Köche des Restaurants 3|65 im Hotel Son Brull in Pollensa auf. Ebenfalls auf vielen Speisekarten zu finden sind Kürbisgerichte. Das klassische Herbstgemüse ist sehr facettenreich und schmeckt insbesondere in Kombination mit Früchten wie Orangen, die den typischen Kürbis-Geschmack unterstreichen, ausgezeichnet.

Obst und Gemüse der Saison: von Kürbis bis Kaktusfeige

Auch im Restaurant Jardín in Alcúdia wird gerne mit der natürlichen Süße von Obst gearbeitet: „Jetzt ist die beste Zeit, um mit Früchten wie Weintrauben, Kaktusfeigen, Äpfeln und Datteln zu kochen“, lässt man uns dort wissen. Um sicherzugehen, dass die verwendeten Zutaten ihren hohen Qualitätsansprüchen genügen, bauen einige Restaurants ihr Obst und Gemüse sogar selbst an. Etwa das Restaurant Daica in Llubí: „Wir haben unter anderem Kakis, Granatäpfel, Walnüsse, mallorquinische Mandeln, Weintrauben und Mandarinen in unserem Garten.“ Auch beim Restaurant Jardín geht der Trend zum Eigenanbau. Dort werden über 50 heimische Gemüsesorten, Früchte, Kräuter und sogar eigener Reis kultiviert. In der Küche des Restaruants 3|65 ist man besonders stolz auf den Anbau der mallorquinischen Tomate Ramallet: „Die Ramallet-Tomate ernten wir im Sommer und hängen sie anschließend an einer Schnur auf, um sie für den Herbst und Winter zu konservieren.“ Die Herbstküche der größten Baleareninsel hat selbstverständlich nicht nur Obst und Gemüse zu bieten. Auch für Liebhaber von Fisch und Fleisch gibt es einige saisonale Highlights.

Typisch mallorquinisch: Llampuga, Schnecken und Kaninchen

Wer im Herbst nach Mallorca reist, wird vor allem ein Wort auf fast jeder Speisekarte lesen: Llampuga. „Im Herbst arbeiten wir sehr gerne mit Llampuga. Das ist ein sehr schmackhafter Fisch, der nur im Herbst vor den Küsten Mallorcas gefangen wird“, erzählt man uns im Restaurant 13% in Palma. Die Llampuga, zu Deutsch Goldmakrele, werde traditionell mit roter Paprika zubereitet, fügen die Gastronomen des 3|65 hinzu. Aber im mallorquinischen Herbst freut man sich nicht nur auf die köstliche Llampuga, sondern auch auf den Start der Wildsaison. Ähnlich wie auf dem spanischen Festland erfreut sich besonders Kaninchenfleisch großer Beliebtheit, aber auch Reh und Hirsch sowie Wildgeflügel wie Enten, Gänse, Wachteln und Tauben werden gerne verwendet. Durch das Abhängen nach der Jagd wird das Wildfleisch zart und entwickelt seinen typischen, würzigen Wildgeschmack. Erfreulicherweise ist Wild nicht nur lecker, sondern auch gesund. Das Fleisch ist in der Regel eher mager und enthält viel Eiweiß, wodurch es sich bestens für eine fettarme Ernährung eignet. Wer etwas experimentierfreudiger ist, kann sich im Herbst an Schnecken versuchen, sofern genug Regen fällt, der die Weichtiere aus ihren Verstecken lockt. Schnecken gelten auf Mallorca als Delikatesse und werden in vielen Gaststätten angeboten. Beispielsweise im Restaurant Joan Marc in Inca: „Bei uns kann man Schnecken im Teigmantel mit Pfifferlingen und Romesco, einer leicht scharfen Soße aus der katalonischen Provinz Tarragona, bestellen.“ Egal ob Llampuga, Wild oder Schnecken: Den Gastronomen ist es wichtig, ausschließlich hochwertige Produkte zu verwenden. Mallorca-today haben sie verraten, wo sie ihre Zutaten für den Restaurantbetrieb kaufen.

Frisch auf den Tisch: Wo die Gastronomen einkaufen

Um sichergehen zu können, dass bei ihren Gästen nur die besten Zutaten auf dem Teller landen, ist vielen Restaurants wichtig zu wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wer sie produziert. Daher setzen sie auf die enge Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern. „Wir kaufen Obst und Gemüse bei kleineren Produzenten aus der Region. Zusätzlich arbeiten wir mit einem Bauern zusammen, der bei Bedarf für uns anbaut. Wir legen großen Wert auf die Verwendung von lokalen Produkten mit Bio-Qualität“, erzählt uns ein Mitarbeiter des Restaurants Can March in Manacor. Bei Jürgen und Simone, den Betreibern des Restaurants Del Mar in Cala Ratjada, sieht es ähnlich aus: „Spezielles Saisongemüse sowie Kräuter bringt uns täglich ein deutscher Bauer aus Capdepera. Fische und Meeresfrüchte bekommen wir von unseren Dorffischern in Cala Ratjada geliefert.“ Andere Restaurants kaufen ihre Zutaten lieber auf einem von Mallorcas zahlreichen Märkten ein, die in der Regel ein üppiges Angebot wohlfeil bieten. Für das in Palma gelegene 13% ist der Mercat de l’Olivar die erste Wahl. Vor allem wenn es um Fisch geht, lässt uns Inhaberin Bea Drack wissen: „Der Markt ist für uns gut zu erreichen und hat eine enorm große Auswahl und beste Ware.“ Mit seinen über 100 Ständen ist der Mercat de l'Olivar auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Ebenfalls eine begehrte Anlaufstelle für frische Produkte ist der Markt in Inca. Hier kaufen beispielsweise die Restaurants Joan Marc und Micelli ein. Natürlich hat uns nicht nur interessiert, welche Zutaten die Profi-Köche im Herbst verwenden und wo sie diese kaufen, sondern auch, welche raffinierten Gerichte sie daraus zusammenstellen. Die Gastronomen haben uns einen Einblick in ihr aktuelles Angebot gewährt, wobei das Spektrum von kleinen Tapas-Spezialitäten bis zu mehrgängigen Degustationsmenüs reicht.

Von Tapas bis 13-Gänge-Menü: das Angebot der Restaurants

Wer auf Mallorca im Herbst leckere Saisonküche genießen will, muss dafür nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben. Im Restaurant 13% in Palma kann man zum Beispiel sehr günstig zu Mittag essen: „Unser Tages-Tapas-Menü bieten wir zwischen 12:30 Uhr und 15:45 Uhr an. Es besteht aus drei Tapas, die man sich aus einer Auswahl von sechs Gerichten aussuchen kann. Inklusive Nachspeise sowie Brot und Oliven kostet das Menü 10,80 €“, erfahren wir von Inhaberin Bea Drack. Zur Auswahl stehen hier unter anderem Köstlichkeiten wie Auberginen-Carpaccio mit Mandeln und Trüffelöl oder Spinatsalat mit Sojasprossen und Champignons an Zitronendressing. Ebenfalls preiswert und lecker speist man im Restaurant Del Mar in Cala Ratjada. Passend zum Herbst kann man hier unter anderem in Butter geschwenkte, hausgemachte Ravioli mit Pilzfüllung und Salbei für 14 € bestellen. In einer höheren Preiskategorie bewegen sich dagegen die Restaurants Micelli, 3|65 und Joan Marc, die Degustationsmenüs mit bis zu 13 Gängen anbieten. Hier zahlt man je nach Anzahl der Gänge zwischen 30 € und 100 €. Dafür werden den Gästen ein erstklassiges Ambiente und ständig wechselnde saisonale Gerichte geboten. Im Restaurant Joan Marc in Inca kann man sich beispielsweise auf exquisite Speisen wie Llampuga mit Chicoree und Kapern, geschmorte Aubergine mit Sobrasada und reifem Käse oder Haxe vom schwarzen mallorquinischen Schwein mit Weißkohl, Rosinen und Pinienkernen freuen. Unabhängig von ihrer Preiskategorie setzen viele Restaurants neben gutem Essen und tollem Ambiente vor allem auf eins: guten Wein.

Voll im Trend: mallorquinische Weine

Was das Weinangebot betrifft, richten sich die Gastronomen ganz nach den Vorlieben ihrer Gäste. „Die meisten Gäste fragen nach mallorquinischen Weinen. Wir haben auf unserer Weinkarte unter anderem acht Weiße, fünf Rosés und neun Rote aus Mallorca“, erzählt der Inhaber des Restaurants Florian in Portocolom. Auch im Restaurant Del Mar in Cala Ratjada liegt die Präferenz klar bei den heimischen Weinen, wie uns Inhaberin Simone mitteilt: „Unsere Weinkarte besteht ausschließlich aus mallorquinischen Weinen. Der persönliche Kontakt zu auserlesenen Bodegas ist uns sehr wichtig.“ Auch im Restaurant 3|65 werden viele regionale Weine angeboten, zum Teil sogar aus eigener Herstellung. Insgesamt umfasst die Karte dort sage und schreibe über 250 verschiedene Tropfen. Noch mehr Sorten hat man im Restaurant Jardín zur Auswahl: „In unserem Keller haben wir mehr als 800 verschiedene Weine aus aller Welt. Unser Manager Daniel de Castro und unser Sommelier Guillermo Lucas haben eine auf Ausgeglichenheit und Vielfalt basierende Weinkarte kreiert, sodass bei uns jeder den Wein trinken kann, auf den er gerade im Moment Lust hat“, lässt uns die Eigentümerin Maca de Castro wissen. Mallorcas Weine haben sich in den letzten zwanzig Jahren dank mutiger Winzer bei internationalen Kennern einen guten Ruf erarbeitet. Die endemischen Rebsorten Manto negro, Prensal und Callet stehen für Weine mit unverwechselbarem Charakter. Interessant ist auch die Wiederbelebung des Malvasier-Weins auf den traumschönen Terrassen-Gärten am Hang von Banyalbufar hoch über dem Meer der Westküste. Nachdem die Reblaus die Weinstöcke im 19. Jahrhundert vernichtet hatte, wurden dort nur noch Ramallet-Tomaten angepflanzt. Seit einigen Jahren kultivieren passionierte Weinbauern auf einigen Terrassen-Parzellen wieder die Traube von einst. Der Wein wird auch in einigen Restaurants des Ortes angeboten. Regionale Spezialitäten der Extraklasse von Weinen über Tapas bis hin zu süßen Versuchungen gibt es im Herbst auf den sogenannten „Firas“.

Mallorca pur probieren: Bauernmärkte im Herbst

Wenn Sie sich zunächst einmal einen Überblick über das reiche Angebot an frisch zubereiteten Gerichten der Herbst-Saison verschaffen möchten, besuchen Sie am besten eine der zahlreichen Firas. So heißen Mallorcas kleine Landwirschaftsmessen mit Jahrmarkt-Flair. An den vielen Ständen können Sie kleine Portionen von typischen Speisen verkosten und regionale Weine genießen. Eine gute Inspirationsquelle für spätere Restaurant-Besuche!



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