Der November gilt als Pilz-Monat Nummer eins auf der Sonneninsel. Die
schönsten und größten Exemplare können Sie in den
kommenden Wochen finden. Sage und schreibe rund 1500 Pilzarten hat Mallorca
zu bieten. Die ersten Pilze (auf Spanisch "setas" oder "hongos",
auf Mallorquín "Bolets") werden im Oktober geerntet,
die letzten im Januar.
Von Pfifferlingen und Reizkern über Waldchampignons und Täublinge
bis hin zu Südlichen Schüpperlingen und Schleierlingen reicht
das Repertoire. Ertragreiche Fundorte sind die Kiefern- und Steineichenwälder
des nördlichen Tramuntana-Gebirges um Sóller, Pollenca und
Lluc. Auch die Gegenden um Llucmajor, Caimari, Petra sowie die östliche
Serra de Levant erfreuen sich bei Sammlern großer Beliebtheit. Besonders
gern essen die Mallorquiner den Blutreizker (Esclatasang). Grundregel
für nachhaltige Sammler: Niemals die Pilze mit der Wurzel ausreißen!
Werden sie dagegen vorsichtig mit dem Messer abgeschnitten, können
sie im nächsten Jahr wieder neu wachsen.
Dass die Funde nicht leichtsinnig verspeist werden sollten, liegt auf
der Hand. Achtung, auch sehr giftige Arten gedeihen in den mallorquinischen
Wäldern! Leider sind sie nicht immer so leicht zu erkennen wie der
Fliegenpilz. Zum Beispiel sieht der Grüne Knollenblätterpilz
dem Waldchampignon zum Verwechseln ähnlich. Und der Ölbaum-Trichterling
(Gorgola d`Olivera) wird von unerfahrenen Sammlern oft für einen
Pfifferling (Picornell) gehalten. Am besten lassen Sie Ihre Funde vom
"Museu Balear de Ciències Naturals" im Botanischen
Garten von Sóller checken (Exemplare, bei denen Sie unsicher
sind, ausnahmsweise mit ganzem Stil ernten, denn so können die Experten
sie leichter bestimmen). Dieser Service wird immer während der Öffnungszeiten
des Botanischen Gartens angeboten.
Sie möchten Ihr Wissen über Pilze erweitern? Dann nehmen Sie
an einer geführten Wanderung teil. Beispielsweise bietet das "Museu
Balear de Ciències Naturals" am 17. November 2007 einen ganzen
Tag
der Pilze an. Los geht`s schon um 8.30 Uhr mit einer Pilz-Wanderung
und anschließenden Pilz-Bestimmung. Anmelden können Sie sich
unter der Nummer 0034/971-63 40 64. Außerdem präsentiert der
Botanische Garten von Sóller jedes Jahr im Herbst und Winter eine
Pilz-Ausstellung im Foyer - unter anderem werden frisch geerntete Pilze
von der Insel präsentiert.
Wenn Sie nach Literatur zum Thema Pilze auf Mallorca suchen, greifen Sie
zum Klassiker "Els Bolets de les Balears" von Carles Constantino
und Josep Lleonard Siquier (2006 in aktualisierter Neuauflage erschienen,
Preis um 40 Euro). 325 Arten, die auf den Balearen zu finden sind, werden
darin detailliert beschrieben. Das Werk gibt es zwar nur auf Katalanisch,
doch die zahlreichen Zeichnungen und Fotos sind für die Bestimmung
sehr hilfreich. Den kulinarischen Part im Buch hat Toni Pinya, Professor
an der Hotelfachschule der Balearen-Universität, übernommen.
Weitere Literatur-Tipps
hält auch das "Museu Balear de Ciències Naturals"
auf der Internet-Seite www.fungibalear.net
bereit.
Natürlich müssen Sie nicht unbedingt selbst sammeln, um in den
Genuss von mallorquinischen Pilzen zu kommen. Frisch geerntete Pilze werden
derzeit auf allen Wochenmärkten der Insel wohlfeil geboten (besonders
gute gibt`s auf dem Mittwochsmarkt in Andratx). Fertig zubereitete Pilze
servieren einige Restaurants auf Mallorca im Rahmen der Pilzwochen
(Jornades Gastronómiques dels Bolets). Bon profit - Guten Appetit!