Hier piept`s wohl! Seit über 700 Jahren versteht man jeden Mittwoch
ab acht Uhr morgens auf Sineus Placa Espanya sein eigenes Wort nicht mehr
- vor lauter Gackern, Gurren, Krähen, Quaken und Zwitschern. Wer
dazu noch ein Blöken, Muhen und Wiehern hören möchte, sollte
früh kommen. Denn der Handel mit Pferden, Eseln und Kühen ist
schnell vorüber. Danach schlürfen die Bauern in den Kellerrestaurants
ihre "sopes mallorquines", und hunderte von Federviechern übernehmen
das alleinige Regiment. Akustisch stehen die Verkäufer ihrer schnatternden
Ware übrigens in nichts nach. Kinder finden es auf dem verrückten
Markt fast so schön wie im Streichelzoo: Freundliche Händler
reichen ihnen Salatblätter, um Hühner, Tauben oder Enten zu
füttern. Erwachsene sind damit beschäftigt, lauter kuriose Schnappschüsse
einzufangen. Neben Animalischem gibt's in den engen Gassen rund um die
Kirche auch alles Andere - zum Beispiel Obst, Gemüse, Tischdecken,
Nachthemden, Dessous, Holzschnitzereien, Keramik, Körbe... Tipp:
Nach dem Marktbesuch stärkt man sich in einem der zahlreichen "Cellers"
(Kellerrestaurants) mit deftiger Hausmannskost. Kunstkenner machen am
Nachmittag einen Abstecher in die moderne Galerie "S`Estació"
im alten, stillgelegten Bahnhof von Sineu.