Heiraten auf Mallorca:
Märchen-Trauung mit dem "Marry Man"

Pünktlich zum Wonnemonat gehen in unserer Mallorca-today Redaktion
fast täglich Anfragen rund um das Thema Heiraten auf Mallorca ein.
Die meisten interessieren sich für eine standesamtliche Hochzeit auf
der Sonneninsel. Deshalb zunächst einmal die schlechte Nachricht: Ausländer
können seit geraumer Zeit nicht mehr standesamtlich auf Mallorca heiraten.
Jetzt die gute: Es gibt es den "Marry Man" alias Christoph Sauer!
Er gestaltet stilvolle Trauzeremonien nach Maß - für alle, die
keine religiösen Ansprachen wünschen. Außerdem schlüpft
der gelernte Rezitator und Sänger auch gerne in die Rolle des Moderators
oder Zeremonienmeisters.
Mallorca-today: Was raten Sie Paaren, die unbedingt auf Mallorca heiraten
möchten? Einfach in Deutschland aufs Standesamt gehen und auf der Sonneninsel
mit Familie und Freunden feiern?
Christoph Sauer: Einen solchen Auftrag hatte ich gerade erst wieder:
Ein Paar wollte sich nach der standesamtlichen Trauung in Deutschland unbedingt
noch einmal in einer besonderen Zeremonie vor Familie und Freunden das Ja-Wort
geben - und zwar an einem einsamen Strand unter der Sonne Spaniens. Kein
Problem. Denn genau für solche Fälle ist der Marry Man
schließlich da!Wir verabredeten uns zu einem ausführlichen Vorgespräch.
So hatte ich Gelegenheit, die beiden näher kennenzulernen. Außerdem
war es mir wichtig zu erfahren, welcheVorstellungen sie von ihrer Trauung
hatten. Gemeinsam überlegten wir, welche Musikstücke in Frage
kämen und welcher der passende Trauspruch für die beiden sein
könnte.
Mallorca-today: Sie bieten weltweit Trauzeremonien an. Wie managen
Sie die Organisation im Vorfeld?
Christoph Sauer: Viele Paare finden mich über meine Homepage.
Da kann es schon mal passieren, dass ich einen Anruf aus der Dominikanischen
Republik bekomme. Ein deutsches Paar, das beruflich in Santo Domingo war,
wollte sich in Deutschland von mir trauen lassen. Wir haben sämtliche
Vorgespräche über Internet-Video-Telefonie (Skype) geführt
und uns erst einen Tag vor der Trauung das erste Mal 'live' gesehen. In
einem anderen Fall hatte ich mit einem Bräutigam in Wien telefoniert.
Seine Braut war gerade beruflich in Kasachstan unterwegs und hat sich dann
einfach dazu geschaltet. So eine Dreier-Konferenz ist einfach super-effektiv.
Übrigens halte ich die Zeremonie auf Wunsch auch in englischer Sprache
ab.
Mallorca-today: Die eher kurze und sachliche Ansprache auf dem Standesamt
ist vielen Paaren zu wenig. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, greift gern
für die Trauzeremonie auf freie Theologen zurück. Weltliche Trauzeremonien
sind in Deutschland recht ungewöhnlich. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Christoph Sauer: Es war im Juni 1997, als mich ein Freund aus Washington
D.C. anrief. Er hatte dort während eines Auslandssemesters ein Mädel
kennen gelernt und war seitdem nicht mehr zu einer Rückkehr
nach Deutschland zu bewegen. Am Telefon sagte er nur drei Sätze: Wir
heiraten.Und du wirst Trauzeuge. Du kannst schon mal den Flieger buchen.
Ein Vierteljahr später stand ich inmitten einer bunten Hochzeitsgesellschaft
im StaateVirginia und traute meinen Augen nicht: In dem Park eines
wunderschönen Hotels waren lange Stuhlreihen aufgebaut, auf denen die
geladenen Gäste Platz nahmen. Vorne stand eine ältere Dame, die
eine bemerkenswerte Rede hielt, und während des Ringtausches spielte
eine Harfenistin eine Freundin des Paares ein selbstkomponiertes
Stück. Es war eine richtige Zeremonie, mit allem, was man auch von
einer kirchlichen Trauung kennt. Mit dem Unterschied, dass sich das Paar
nicht einer höheren Macht, sondern sich gegenseitig die Ehe versprach.
Noch auf dem Flug zurück kam der Gedanke: So etwas könnte man
doch in Deutschland machen.
Mallorca-today: Wie kamen Sie auf die ungewöhnliche Berufsbezeichnung
"Marry Man"?
Christoph Sauer: Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich
mich nennen soll. Sonntagsredner? Zeremonienmeister? Das klang doch irgendwie
zu steif. Und dann kam die Idee: Marry Man. Ein einprägsamer
Titel weckt Neugier und lässt Raum für Interpretationen.
So geschah es kürzlich auf einer Hochzeits-Messe, dass eine Dame älteren
Semesters an meinen Stand kam und sich erkundigte, ob ich hier eine Junggesellen-Auktion
in eigener Sache veranstalte. Wir konnten dann das Missverständnis
schnell ausräumen und ein halbes Jahr später traute ich ihre Tochter.Inzwischen
bin ich mit Leib und Seele Marry Man. Jede Trauung ist eine
neue Herausforderung: Mal wünschen die Eheleute eine Zeremonie mit
klassischer Musik und philosophischen Texten, andere bestehen auf einer
legeren Atmosphäre und einem ausgefallenen Ort.
Weitere Infos zum "Marry Man" Christoph Sauer finden Sie auf
der Website www.marryman.com
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