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    Marcha des Güell a Lluc a peu 2011

    Von Redaktion | 30.Juli 2011

    Spanien ist bekannt für seine zahlreichen Wallfahrten und Prozessionen zu Ehren der regionalen Schutzpatrone. Eine der bekanntesten Wallfahrten ist zweifelsohne der Marcha des Güell a Lluc a peu auf der Insel Mallorca.

    Traditionell findet der Marcha des Güell a Lluc a peu am ersten Wochenende im August statt. Jeder der an der Wallfahrt teilnehmen möchte, sollte sich zuvor am Kiosk in der Straße Aragón anmelden. Dort erfolgen die Registrierung aller Interessenten und die Ausgabe eines fluoreszierenden Erkennungszeichens. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit über 15.000 Teilnehmern. Die Nachtwanderung wird am Sonnabend gegen 23:00 Uhr am Placa des Güell in Palma gestartet.

    Die Wanderroute hat eine Länge von 48 Kilometer und führt von Palma über die Orte Marratxi, Santa María, Consell, Binissalem, Lloseta, Biniamar, Selva und Caimari bis zum malerisch im Tramuntana-Gebirge liegendem Kloster Lluc. In allen Orten entlang der Strecke herrscht Volksfeststimmung. Die Teilnehmer werden mit Musik begrüßt und Früchte, Wasser und Erfrischungen gereicht. Der steilste und damit auch der anstrengendste Teil des Aufstieges beginnt in Caimari. Über Serpentinen geht der Weg hinauf ins Kloster. Dort wird als krönender Abschluss der Wallfahrt der Heiligen Jungfrau von Lluc ein Blumenopfer gebracht. Busse bringen die erschöpften Wanderer zurück nach Inca. Von hier aus erfolgte die weitere Rückfahrt per Bahn nach Palma.

    An dieser Stelle noch ein paar Informationen zur Geschichte des Marcha des Güell a Lluc a peu. Laut einer Legende wurde die kleine schwarze Marienfigur im 13. Jahrhundert von einem Hirtenjungen namens Lluc in den Tramuntana-Bergen gefunden. Der Pfarrer des Örtchens Escorca nahm die Figur und brachte sie vorerst in seiner kleinen Dorfkirche unter. Bereits am nächsten Morgen war sie aber wieder verschwunden. Gefunden wurde sie an der alten Stelle in einer Felsöffnung. Daraufhin wurde an dieser Stelle zu Ehren der Marienstatue eine kleine Kapelle erbaut. Zahlreiche bauliche Veränderungen, vor allem während des 17. und 18. Jahrhunderts, ließen daraus das Kloster Lluc in seiner heutigen Form entstehen. Die die Figur der Schutzpatronin Mallorcas befindet sich in einer kleinen Kapelle hinter dem Hauptaltar des Klosters. Geschichtsbücher berichten bereits im 14. Jahrhundert von Wallfahrten zur Heiligen Jungfrau. Wiederbelebt wurde die Tradition durch Tolo Güell, einem Barbesitzer aus Palma. Im Jahr 1973 explodierte in den Händen seiner 6-jährigen Tochter eine Wasserflasche. Die Kleine blieb dabei nahezu unverletzt. Einer der Gäste soll daraufhin laut gerufen haben: “Gott sei Dank, es ist nichts passiert. Dafür müssen wir hinauf nach Lluc pilgern”. Und so geschah es dann auch. Erstmalig vor 38 Jahren machen sich ungefähr 30 Leute auf den Weg um der Schutzpatronin für das kleine Wunder zu danken. Dies war die Geburtsstunde des Marcha des Güell a Lluc a peu.

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